INTERVIEWDREIER Mace K./Chrastka/Bertleff

Zum dritten Interviewdreier haben wir diesmal drei Spieler geladen, die in ihrer Karriere an komplett unterschiedlichen Punkten stehen. Kilian Mace #21/15J/X* steht gerade vor seiner ersten Saison, während Andreas Chrastka #67/31J/RF sich in den letzten drei Jahren nach seinem Comeback (er hatte bis 2001 schon in der Mowers Jugend gespielt) schon seinen Stammplatz erarbeitet hat. Routinier und Fixgröße Thomas Bertleff #52/34J/CF komplettiert das Quartett der heutigen Ausgabe.

Kilian, du hast letzten Winter schon mittrainiert, hast aber um keine Spielgenehmigung angesucht, da die Regionalliga zum Einstieg für einen 14-jährigen in den Baseballsport schlicht zu stark war. Nun haben wir eine andere Ausgangssituation, zum Saisonauftakt bist du schon 15, die Lawnmowrs spielen vermutlich eine Liger weiter unten und deine ersten Trainings waren sehr viel versprechend, was sind deine Erwartungen? Mit welcher Position liebäugelst du?

Kilian: Ich denke dass ich anfänglich, auf Grund der Nervosität viele Fehler sowohltaktisch als auch technisch machen werde, aber ich erwarte, dass es sich im Laufe derZeit bessern wird. Ich hoffe auf eine Position im Outfield, da die Taktik im Outfield für Einsteiger leichter zu erlernen ist. 

Andi, du hast vor drei Jahren deinen Wiedereinstieg in den Baseballsport vollzogen. Wie kam das? War nach deinem vorzeitigen Aus 2001 immer wieder der Wunsch da, weiter zu machen oder kam das erst kurz vor dem Wintertraining 2014 und wie kam es dazu?

Andi: Baseball hat mich nie losgelassen. 2001 hat mich eine langwierige Verletzung aus den Playoffs ziemlich aus dem Tritt gebracht. Es war genau die Zeit, in der ich von der Jugend in die Kampfmannschaft wechseln sollte. Die lange Pause war da nicht hilfreich. Leider war ich damals nicht konsequent genug und habe den Handschuh an den Nagel gehängt. Aber meinen Schläger hab ich all die Jahre hindurch behalten und immer wieder mal geschwungen. Auch der Gedanke wieder zum Training zu kommen war immer in meinem Kopf, es hat aber nie so richtig klappen wollen. Auch 2014 hat es dann so ausgesehen, als würde es wieder nicht klappen, nachdem ich mir im Oktober wieder eine Verletzung eingefangen hatte. Aber da bin ich dann zum Glück konsequent geblieben.

Thomas, Wie du 2008 aus der Bundesliga zu den Lawnmowers gewechselt bist, wie waren deine Eindrücke bei den ersten Trainings? Hättest du gedacht das du fast 10 Jahre später noch immer für diese Mannschaft im Centerfield aktiv bist?

Thomas: Da ich in meiner Laufbahn als Grasshopper bereits ein- zweimal das Vergnügen hatte gegen die damalige Mannschafft der Lawnmowers zu spielen, wusste ich schon dass dieses Team über ein großes Maß an Talent verfügt (sowie bei den Routiniers als auch bei den damaligen Jungspunden). Daher stellte sich für mich auch nicht die Frage wohin ich wechseln würde. Und da ich natürlich vom ersten Training an gezeigt habe dass die Ablöse für mich keine Verschwendung war, wurde ich auch sehr herzlich und mit offenen Armen aufgenommen. Ich habe mir eigentlich nie ein Ablaufdatum für meine Sportliche Karriere festgelegt, aber ehrlich gesagt hätte ich vor 10 Jahren nicht gedacht dass ich diesen Sport ohne Pause so lange ausübe. Ich muss sagen dass ich auch schon des öfteren darüber nachgedacht habe meinen Handschuh an den Nagel zu hängen, weil es zum einen doch einen ziemlich hohen Zeitaufwand darstellt und zum anderen es leider auch schon einige Wehwechen gibt die nichtmehr so rasch vergehen wie zur Anfangszeit. Aber natürlich machen es einem die gewonnen Freunde und der Spaß am Spiel nicht leicht aufzuhören.

Kilian, du bist bei weiten der Jüngste im Kader. Der Altersunterschied zum nächstenjüngsten, deinem Bruder Lionel, beträgt acht Jahre, zum ältestem, Michael Bittmann, sogar 30 Jahre. Wie ist es als Jugendlicher bei den Lawnmowers seine Karriere zu beginnen?

Kilian: Es ist äußerst aufregend. Ich habe nie zuvor bei einem Sportverein gespielt beziehungsweise trainiert und schon garnicht als jüngster. Ich habe sehr viel Respekt vor den Anderen und auch etwas Angst, ihre Erwartungen nicht erfüllen zu können.

Andi, letzte Saison warst du unter Hadmar Lang Dauerbrenner, oft als Lead-Off gesetzt und hast auch erfolgreich bewiesen, das du oft auf Base kommst und hast damit für 2018 beim künftigen Manager, wer auch immer das sein möge, deine Stammplatzbewerbung abgeliefert. In wie weit wird sich der Lawnmowers Spielstil 2018 nach der Ära Lang ändern?

Andi: Ich hoffe, dass wir mehr Risiken eingehen. Der Spaß am Spiel ist für viele im Team der Antrieb, am Wochenende durch Österreich zu gondeln oder in der Freudenauer Gelsenpension unfreiwillig Blut zu spenden. Damit der Spaß auch weiter im Vordergrund steht, sollten wir keine Angst davor haben mal etwas unkonventioneller vorzugehen. Natürlich wollen wir als Team gewinnen, aber für mich zählen auch gut ausgeführte Spielzüge als Sieg. Ich hoffe also auf einige Trickplays oder auch mutige Aufstellungen im Feld.

Thomas, 2018 treten die Lawnmowers voraussichtlich wieder in der Landesliga an und die Mannschaft befindet sich allgemein derzeit etwas im Umbruch. In welcher Funktion siehst du dich deiner Meinung nach nächstes Jahr? Antreiber, Motivator, Routinier und Führungsspieler oder willst du dich eher im Hintergrund halten und mal schauen wies läuft?

Thomas: Ich sehe mich wohl am ehesten als „Routinier“ und „Fels in der Brandung“, zumindest was meine Stammposition betrifft. Da wir aber in der kommenden Saison sicher mit vielen neuen Aufgaben konfrontiert werden, bin ich immer gerne bereit mein Centerfield auch einem Teamkollegen zu überlassen um wo anders zu helfen falls nötig. Klar ist für mich dass ich auch im nächsten Jahr auf dem Platz mein möglichstes geben werde. Ich wäre ja auch gerne der große Motivator gewesen, nur zum Glück hat diesen Posten seit Jahren die Familie Mace/Fleck so inne, das es unmöglich ist sich da hinein zu drängen (der gute Lionel trägt ja nicht umsonst die Nr.1 auf seinem Rücken).

Kilian, du wirkst oft noch sehr nervös, Baseball ist ein Sport in dem viel im Kopf passiert, wenn du also im April dann wirklich auf das Feld läufst, am Schlag stehst und der Pitcher zu deinem erstem At-Bat ausholt, wie sieht deine Taktik aus um nicht die Nerven zu verlieren? Hast du dir schon Tipps von anderen Spielern geholt oder hast du mentale Vorbilder in der Mannschaft bei denen du dir ein paar Eigenschaften abschauen kannst?

Kilian: Ich werde versuchen mich einfach nur auf den Ball zu konzentrieren und an nichts Anderes zu denken. Ich habe kein bestimmtes Vorbild. Im Grunde versuche ich mir bei jedem etwas abzuschauen um davon  zu lernen.

Andi, du warst bis letzten Winter eigentlich als Back-Up auf 1st Base eingeplant. Beim einzigen Doubleheader wo Alexander Schroll nicht dabei warst, hast du trotzdem quasi nur eine halbe Chance bekommen dich im Infield zu beweisen und wurdest ohne Error in zweiten Spiel trotzdem durch Dan Rudl ersetzt. Schroll hat schon angekündigt kommende Saison weniger zu Spielen, siehst du jetzt deine neue Chance oder versuchst du deinen Stammplatz im Outfield zu verteidigen? Bzw. welche Position spielst du persönlich am liebsten?

Andi: Das war bitter. Ich glaube das war das Spiel mit den wenigstens Plays auf 1 in der gesamten Saison. Ich glaube ich hatte die wenigsten Ballkontakte von allen Spielern am Platz. Aber Baseball ist halt auch schwer berechenbar, es hätte auch ganz anders laufen können. 2018 werden wir alle flexibler sein müssen. Das Outfield ist ein dankbarer Job. Dort kann man einfach unglaublich spektakuläre Caches machen. Ich denke, dass unsere Stammspieler im Outfield – da zähle ich mich dazu – einfach eine enorme Reichweite haben. Da müssen unsere Gegner die Lücken schon sehr genau treffen, damit es uns mal den Tag verhagelt. Aber wir haben einige talentierte Infielder, die das auch ganz gut beherrschen. Somit steht ein paar Ausflügen auf 1st denke ich nichts im Weg. Über den restlichen Winter werde ich noch an meinem Wurf arbeiten. Vielleicht klappt’s ja dann auch mal mit einem Einsatz als Catcher.

Thomas, zum Abschluss, deine Interviewkollegen sind Teamküken Kilian Mace und dein Outfieldkollege Andi Chrastka, welche Prognose hast du für die beiden für 2018? Was sagen die Sterne… 😛 Außerdem deine Vorahnung, wer wird das Team kommende Saison wieder zu alter Stärke managen?

Thomas: Na zum Glück kommen immer neue/junge Kräfte nach, sonst wären wir nicht so gut wie es der Fall ist. Zum Mace Jr. kann ich noch nicht allzuviel sagen, aber bei dem Tallent was in dieser Familie steckt bin ich mir sicher das er seinen Weg gehen wird. Bei der Chruste bin ich mir sicher das er auch in der nächsten Saison wieder eine Top Leistung abliefern wird. Bei ihm ist ganz deutlich sichtbar dass er sich von mal zu mal steigert, sei es am Schlag oder in der Defensive. Von den Sternen weiß ich nicht viel, außer dass es sehr viele sind und mein Sternzeichen der Steinbock ist (mit Aszendent Löwe). Und ich finde immer auf anhieb den großen Wagen. Ich glaube für die Saison 2018 wird sich kein großer Anführer hervortun. Es werden sich einfach alle erfahreneren Teammitglieder als Führungsspieler einsetzen müssen um die Mannschafft auf den richtigen Weg zu führen. Und ich mache mir hier einstweilen auch keine Sorgen, weil allesamt tolle und vertrauenswürdige Spieler sind.

Zeichenerklärung: X* = noch ohne Position, 😛 = Emoji, welches die Zunge zeigt

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