Jahr: 2022

Off Season Report – Ich hatte einen Traum

„I have a dream.“ Berühmte, historische Worte. Martin Luther, der King, nicht der Mönch. „Ich hatte einen Traum.“ Weniger berühmte Worte, auch weniger historisch. Andreas Chrastka, die Kruste. Aber dazu später mehr. Alles der Reihe nach, bzw. der Tagesordnung nach. Es war wieder soweit. Die ordentliche Generalversammlung der Lawnmowers. Nach dem diese letztes Jahr online stattfinden musste und auf asiatische Essenslieferdienste ausgewichen wurden, gab es dieses Jahr wieder Präsenzteppanyaki. Wie auch schon 2020 fand die Generalversammlung 2022 in der Perfektastraße bei Woktime statt. Einige wenige konnten aus unterschiedlichen Gründen dennoch nur online teilnehmen und so wurde auf dem runden, drehbaren Teil des Tisches ein Laptop samt Mikrophon installiert. So konnten die daheimgebliebenen dem Geschehen perfekt(astraße) folgen und immer zum aktuellen Redner gedreht werden – sogar die Kellnerin hat mal gewunken.

Same as usual, nur anders

Erstmals in 25 Jahren Vereinsgeschichte eröffnete um 19:00 nicht Michel Fleck – der später am Abend einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt wurde – die Versammlung. Um 19:00 hat gar niemand die Versammlung eröffnet. Nur sechs Anwesende, acht Teigtascherl, 15 Hummerchips, vier Frühlingsrollen und eine pikante Suppe. Das war zu wenig. Der Tross, der direkt vom Training kam, verspätete sich gut 20 Minuten. Dann ging es aber los. Nach dem die Beschlussfähigkeit hergestellt war, ließ Präsident Lionel Mace die Tagesordnung genehmigen und lieferte anschließend seinen Rechenschaftsbericht ab. Dann die nächste Premiere nach 25 Jahren. Christian Neumann referiert über Ein- und Ausgaben und präsentiert seinen Kassierbericht, so stand es bisher in allen Protokollen. Der Kassier ließ sich jedoch entschuldigen und so übernahm diese Aufgabe sein Stellvertreter Alex Schroll. Viel Schreibarbeit für Schriftführer Didi Ackerl, der ansonsten meist nur Zahlen auszubessern hatte. Nach einer kurzen Buffetunterbrechung berichteten die Rechnungsprüfer und entlasteten anschließend den Vorstand.

Überraschungsei und Glückskeks

Nachdem Vize Präsident Rene Szeywerth im Vorfeld überraschend angekündigt hatte, seinen Sitz im Vorstand bei Bedarf zu Verfügung zu stellen und ein übereifriger Oberösterreicher Interesse bekundete, kam es nach 2020 erneut zu einigen Veränderungen im Vorstand der Lawnmowers. Clemens Hlawaty kletterte auf den Vizesessel und Moritz „Spotzl“ Bammer bekam glücklich dadurch ein Platzerl in der Vereinsführung als neuer Schriftführer Stellvertreter. Bei einem Pre-Wahl-Hearing per Lautsprecher sollte der neue Schriftführer Stellvertreter Bammer im nachhinein die Wählerschaft von seinen Vorstellungen und Visionen überzeugen: „Hallo? Hallo!?“ Sehr überzeugend. Die wichtige Frage ob das Protokoll nun auch in oberösterreichischer Landessprache erscheinen wird, blieb somit unbeantwortet. Präsident Mace, Kassier Neumann, Kassier Stellvertreter Schroll und Schriftführer Ackerl wurden wiedergewählt. Auch die Rechnungsprüfer Rudl und Bittmann behielten ihre Position. Ebenso unverändert beibehalten wurden die Mitgliedsbeiträge und Umpire Entschädigung.

Weiter im Text

Offenbar erhielten die Lawnmowers in den Jahren zuvor von den anderen LLO Teams nie die Lizenz, die korrekten Vereinsnamen im GV-Protokoll zu verwenden. So mussten nach und nach die Namen der Gegner korrigiert und auf aktuellen Stand gebracht werden. Schriftführer Ackerl im Dauerstress. Da brauchte es mal wieder eine Buffetpause. Die Mowers treten 2022 wieder in der Landesliga an und treffen dieses Jahr jedoch auf weniger Mannschaften, was auch den Spielmodus ein wenig veränderte. Neben Dreiertunieren wird es dieses Jahr auch zwei Einzelspiele geben. Der Spielplan ist mittlerweile auf der Homepage einsehbar. Trainingstermine, Aussetzung der Ausländerregelung durch Verzicht auf Aufstieg, Kapitäne, Übungsleiter, Manager – alles wie im Jahr zuvor und ging ohne größere Highlights über die Bühne. Auch am Laptop war es ruhig und gelangweilt. Evtl. war auch das Bild eingefroren, man weiß es nicht.

Allfälliges

Jetzt wird’s also – wie angekündigt – weniger berühmt und weniger historisch, aber dennoch ein bisserl. Andreas Chrastka aus Brigittenau stellte einen Antrag: „Ich hatte einen Traum“, eine offenbar emotionale Rede deutete sich an. „In diesem Traum hatten wir Auswärtstrikots, die waren grau und das vom Alex war viel zu klein.“ Auf was will der bitte hinaus? „Und da 2/3 der Liga, wie wir, blaue Trikots haben, sollten wir evtl. wirklich über Auswärtstrikots nachdenken?“ Niemand hätte gedacht, das so ein Antrag je durchkommen würde, doch durch diese emotionale Ansprache waren viele – hingegen jeder Erwartung – Feuer und Flamme für dieses Projekt. Elijah Crowder redete sich bei der Farbwahl förmlich in Rage: „White looks professional, white looks f*ing great, white is perfekt(astraße)!“ Auch nun schon offiziell Ehrenmitglied Fleck war voller Enthusiasmus: „Die Zeiten, in denen irrtümlich zum gegnerischen Basecoach geworfen werden, sind vorbei!“ Etwas verunsichert zeigte sich Didi Ackerl: „Ich weiß gar nicht, ob ich in einer anderen Farbe spielen kann als Blau. Ich hab seit 1996 nur in Blau gesoielt!!!!11.“ Der Antrag wurde also angenommen. Vize Präsident Hlawaty wird sich mit unseren Ausrüster in Verbindung setzten und Designvorschläge präsentieren lassen. „White, I hope so!“, murmelte es aus einer Ecke des runden Tisches. Abschließend wurde noch über das Trainingslager und die Fortschritte im Mannschaftsnachwuchs referiert und gegen halb 10 war die Generalversammlung dann Geschichte, wie offenbar die Tradition in chinesischen Restaurants, nach dem Bezahlen mit einem warmen Pflaumenstamperl verabschiedet zu werden. Evtl. ein Chrastka Antrag für 2023: Wiedereinführung Pflaumenwein. „Ich hatte einen Traum!“

Danke Rene!

Rene Szeywerth scheidet also nach über sieben Jahren aus dem Vorstand der Lawnmowers aus. Wir alle erinnern uns noch, es war in einer der ersten OSR Ausgaben am 26.Jänner 2016: „Allfälliges“. Zitat von der Titelseite: „Umbruch – Meidlinger bekommt Sitz im Vorstand. Rene Szeywerth neue Vize Präsident.“ Davor nie bei einer GV anwesend, sprach er im damaligen Stamm-GV-Lokal MeLie die denkwürdigen Wort: „Ich will Vize Präsident werden!“ und Luca von Ameln hatte Soda-Zitron verschüttet. Damit sei ihm herzlich gedankt für die Arbeiten, welche er in dieser Zeit für den Verein geleistet hatte. Seine Expertise wird in Zukunft im Vorstand fehlen, bzw. fehlt schon, wie der Hinweis, das es sich bei den neuen Auswärtstrikots eigentlich um Ausweichtrikots handelt. Die Aufgabe der Umpireeinteilung behält er jedoch noch weiter, das macht er schließlich seit Jahren zuverlässig und hat es auch weiterhin angeboten.

Herzlichen Glückwunsch…

…Klaus und seiner Maus! Der Goldglove Gewinner von 2020 hat still und heimlich geheiratet. Alles gute dem frisch vermählten Paar auf ihren gemeinsamen Weg! (Anm. Einen Weg, den der Bertl auch bald geht? Hmm…. Es gilt die Unschuldsvermutung.)

Vorbereitungsspiele fixiert

Zum Finale der Saisonvorbereitung 2022 bestreiten die Vienna Lawnmowers im Zuge eines Trainingswochenendlagers im oberösterreichischen Wels zwei Testspiele. Am 2.4. kommt es um 15:00 zum Wiedersehen mit den Centurions Wels. Zwei Tage später ist als Abschluss des Wochenendes ab Mittag das erste internationale Spiel der Lawnmowers seit über 15 Jahren gegen die Passau Beavers aus Deutschland angesetzt.

GEGNERCHECK

Centurions Wels

  • gegründet 1991 als Jumpin´ Chickens Wels
  • Heimstätte: Chickensfield
  • 2. Bundesliga Mitte
  • Platzierung 2021: Meister
  • www.chickens.at

Der aus einer verrückten Idee Anfang der 90er Jahren entstandene Verein besteht mittlerweile seit 31 Jahren und ist seit Jahrzehnten in Österreichs 2.Spielklasse angesiedelt. Seit 2017 tritt das Herrenteam der Jumpin´ Chickens als Centurions Wels an und konnten nun drei Jahre in Folge den Meistertitel der 2.Bundesliga Mitte einsacken. Die erste Begegnung mit den Centurions endete mit einem 25-4 Sieg der Oberösterreicher.

Passau Beavers

  • Förderverein Passau Beavers e.V. – gegründet 1989
  • Heimstätte: Baseballplatz Passau/Patriching
  • Landesliga Bayern Südost
  • Platzierung 2021: Platz 2, Teilnahme Landesliga Bayern Playoffs
  • www.passau-beavers.de

Gegründet wurden die Beavers, wie es in einer Univeritätsstadt wie Passau kaum anders kann, aus einer Gruppierung von BWL- und Jurastudenten, welche in den 80er Jahren den exotischen Sport in die Dreiflüssestadt bringen wollten. Nach ein paar schwierigen Saisonen, in denen der Spielbetrieb sogar eingestellt werden musste, kam es 2005 zum Wiederaufbau des Vereins. 2011 gelang der Aufstieg in die Landesliga und 2016 wäre der sportliche Aufstieg in die Bayernliga möglich gewesen, dies scheiterte jedoch an der geforderten Infrastruktur des Baseballplatzes in Patriching.

SPIELERSTIMMEN

Pitcher Moritz Bammer: „Es sind Testspiele, daher sollten wir hauptsächlich an uns selbst arbeiten und nicht ans gewinnen/verlieren denken. Gegen Wels wird ein Sieg vermutlich unrealistisch, die spielen wirklich stark und haben letztes Jahr die 2.BLM dominiert. Über Passau kann ich nichts sagen, da ich ihr Niveau nicht kenne.“

First Baseman Elijah Crowder: „Both games give us an interesting challenge. After winning 3 titles in a row, the Centurions are definitely a powerhouse in the 2. Bundesliga and the Mowers will have to execute perfectly and not make any mistakes to keep the game close.The Passau Beavers present another challenge. They played tight against Rosenheim in their playoffs last season and will be coming out swinging with something to prove in Wels.Again, it will all come down to execution for all teams involved, and we’re looking at playing two very good programs that execute well. And if we can do that and not make fundamental errors, and continue to focus on what we do well for every inning, I think we stand more than a good chance in both games.“

Neuzugang Augustin Tseng: „Für mein erstes Mal trifft Vorfreude, Ungewissheit und Nervosität ganz gut zu. Und wie damals – sofern ich mich erinnern kann – waren es auch zwei. 😛 „

Off Season Report – Lawnmowers vs. weit weit weg

Die Landesliga Ost 2022 steht fest. Acht Mannschaften treten dieses Jahr in Österreichs dritter Spielklasse gegeneinander an. Neben drei Teams aus Wien – Lawnmowers, Bucks und Metrostars III – sind dies folgende Mannschaften aus Niederösterreich: Die Danube Titans aus Tulln/Klosterneuburg, die Beers aus Schrems und den Woodquarter Red Devils aus Altweitra und die Farmteams der Schwechat Blue Bats sowie der Cubs aus Stockerau. Die Traiskirchen Grasshoppers II sind, wie die Vienna Metrostars II (darum neu die dritte Mannschaft) in die 2. Bundesliga Ost aufgestiegen. Nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen werden die Dirty Sox Graz II. Dadurch ergeben sich zwar in Summe zwei Mannschaften weniger als in der Saison 2021, jedoch ist die Liga auch ausgeglichener und möglicherweise auch spannender wie kaum zuvor. Sehr eintönig geht es hingegen zu, wenn man die Vereine farblich reduziert, wie Andi Chrastka letztens in einen Traum – seltsame Menschen haben wir schon im Kader. Mit Ausnahme der Bucks und der Beers treten die restlichen sechs Mannschaften nämlich in blau an. Auch ist mit den Dirty Sox die Steiermark auf der Landekarte der Ostligen wieder einmal verschwunden – nicht das erste Mal, wie wir noch sehen werden – und die Liga wird fortan nach Süden hin, wie auch nach Osten hin, schon vom Batsfield in Rannersdorf begrenzt, also fast schon in Simmering! Jössas!

Nur noch Gegner aus Wien und Niederösterreich warten also auf unsere Mannschaft. Das war nicht immer so. In den vergangenen 25 Jahren mussten die Mowers durchaus weite Wege zu den Ligaspielen auf sich nehmen, obwohl der Verein noch nie in der Bundesliga aktiv war. Der Osten konnte in der Vergangenheit offensichtlich sehr südlich und westlich werden, aber beginnen wir unseren Streifzug durch die Bundesländer erstmal östlichen Osten:

Lawnmowers vs. Burgenland

Schon in der vierten Saison der Vereinsgeschichte, im Jahr 2001, standen Auswärtsspiele im Burgenland auf dem Spielplan der Regionalliga Ost. Die in Rohrbach, in der Nähe von Mattersburg, beheimateten Crazy Geese waren der bislang einzige Gegner aus diesem Bundesland, was vor allem auch daran liegen könnte, das es dort keinen zweiten Verein gibt. 2002, 2004 und 2005 trafen die beiden Kampfmannschaften in der RLO aufeinander. Parallel spielten die Geese II gegen die Lawnmowers II in der Landesliga ebenfalls gegeneinander und das sogar länger. Nämlich durchgehend von 2003 bis 2008. Als dann die Mowers nur noch mit einer Mannschaft in der Landesliga angetreten sind, folgten Liga-Begegnungen mit dem Rohrbacher Farmteam 2009, 2012 und 2013. Die letzte Auswärtsfahrt ins Burgenland war in der Regionalliga Saison 2017, da jedoch wieder gegen die erste Mannschaft. In Summe sind die Rohrbach Crazy Geese das Team gegen das die Lawnmowers am öftesten gespielt haben, welches nicht aus Wien und Niederösterreich kommt.

Lawnmowers vs. Steiermark

Wie bereits erwähnt, war die Steiermark schon öfters Teil der Ostliegen. Erstmals Bekanntschaft mit einem Vertreter des grünen Bundeslandes hatten die Lawnmowers, vorerst mit dem Farmteam, in der LLO2-Saison 2005. Allerdings nicht – wie zu erwarten – mit den bekannten Dirty Sox aus der Hauptstadt, sondern mit den schon längst nicht mehr bestehenden Voitsberg Diggers. Mit 229km die weiteste Auswärtsfahrt in der Farmteamgeschichte. Nur gut 25km von der Landesgrenze zu Kärnten, ein Bundesland, welches auf der Baseballlandkarte der Mowers noch fehlt. Die Weststeirer gewannen die erste Partie daheim übrigens mit 9-0 und wurden am Ende der Saison mit 8 Siegen und 2 Niederlagen Zweiter, wodurch sie erst in die LLO1 und 2006 dann in die Regionalliga Ost aufgestiegen sind, wo es 2007 dann zu Duellen mit der ersten Mannschaft der Lawnmowers kam. Diese hatten aber dann schon Erfahrung mit steirischen Gegnern, da die Kampfmannschaft ab 2006 und bis 2008 regemäßig mit den vorher genannten Dirty Sox Graz in der Regionalliga zu tun hatten. Letztes Jahr kam es dann nach 13 Jahren erstmals wieder zu einer Lawnmowers-Steiermark-Begegnung – eben mit den Dirty Sox II – und das kurioserweise im niederösterreichischen Tulln als Ausweichort für Schwechat. Geschichten, die nur der Baseball in Österreich schreibt. Das im Frühling angesetzte Auswärtsspiel in Graz ist schon zuvor den Coronaabsagen zum Opfer gefallen.

Lawnmowers vs. Oberösterreich

In den Westen ging es schon ein Jahr vor dem Süden. Nach dem grandiosen Wiederaufstieg von der Landesliga Ost 1 in die Regionalliga Ost ging es für die Lawnmowers 2004 gleich auf zwei Auswährtstouren nach Oberösterreich. Schon zum Saisonauftakt führte der Spielplan für einen Doubleheader in die Highlands nach Lichtenberg nördlich von Linz, die Heimstätte der Gramastetten Highlanders. Beide Partien gingen übrigens mit zehn Runs Vorsprung an die Oberösterreicher. Auch die Heimspiele gegen die Mühlviertler endeten mit zwei Niederlagen. Ausgeglichen mit zwei Heimsiegen und zwei Ausniederlagen ging es hingegen gegen den zweiten Vertreter Oberösterreichs zu. Die Dogers aus Ried im Innkreis, welche ihre Heimspiele in Attnang ausgetragen hatten. Mit 238km übrigens die weiteste und gleichzeitig auch westlichste Auswärtsfahrt für ein Ligaspiel der Mowers überhaupt. Die Highlanders wurden 2004 Meister und sind aufgestiegen. Die Ried Dogers wurden Letzter und gab es dann auch nicht mehr. Dafür mischte im Jahr darauf die oberösterreichische Hauptstadt in der Regionalliga Ost mit. Linz erwies sich als guter Boden für die Lawnmowers, konnten schließlich beide Auswärtsspiele gegen die Bandits mit 18-2 und 13-2 gewonnen werden. Die Rückspiele in Wien waren eine knappe Kiste, jedoch triumphierten auch hier die Wiener. Es sollten die letzten Ligaspiele gegen ein Team aus Oberösterreich für die Lawnmowers sein, denn die Linz Bandits beerbten am Ende der Saison ihre Innviertler Landeskollegen am Tabellenende und verließen die RLO somit ebenfalls nach einer Saison schon wieder. Die Gramastetten Highlanders, wie auch die Linz Bandits spielen heute in der 2.Bundesliga Mitte. Serienmeister dieser Liga sind übrigens die 1997 gegründeten Jumpin´ Chickens aus Wels, deren Herrenteam seit 2017 unter dem Namen „Centurions Wels“ antritt. Mit den Welsern hatten es die Mowers in einer der Ostligen nie zu tun bekommen. Die einzige Begegnung fand im Rahmen des Trainingslagers 2019 statt und endete 25-4 zu Gunsten der Oberösterreicher. Ein neuerliches Freundschaftsspiel ist für Freitag, den 1. April 2022 als Nightgame am Chickensfield geplant.

Neben Ligagegnern gab es in der Historie der Lawnmowers auch noch einige exotische Testspielgegner und -orte. Speziell in den Anfangsjahren des Vereins nahm man regelmäßig auch noch an teilweise international besetzten Softballtunieren teil und das auch nicht ganz unerfolgreich. Am großen Feld hatten die Mäher aus Wien bei ausländischen Gegner aber meist das Nachsehen:

Lawnmowers vs. Tschechien

Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Vier Bundesländer in denen noch kein Lawnmower – zumindest als Lawnmower – am Baseballplatz gestanden ist. Dafür hat es in den späten 90er, beziehungsweise den frühen 00er Jahren öfters Mowers-Spiele im Ausland gegeben. Genauer gesagt im tschechischen Ausland. Die weiteste Reisen der Vereinsgeschichte waren jene nach Mlade Bucky, wo zwischen 1998 und 2001 jedes Jahr zum Trainings-/Straflager geladen wurde. 351km Anreise. Dort, im hohen Norden nahe der polnischen Grenze wurden zur Saisonvorbereitung auch Testspiele gegen teils namhafte tschechische Mannschaften aufgetragen, welche die damals noch jungen Lawnmowers allesamt mehr oder weniger hoch verloren. Das erste internationale Baseballspiel des damals eineinhalb Jahre alten Vereins fand am Vormittags des Ostersonntags 1998 (lt. Google müsste das der 12. April gewesen sein) eben in Mlade Bucky statt, jedoch nicht gegen die dort ansässige Mannschaft (diese panierte unsere Mannschaft erst am Nachmittag). Premierengegner war Orli Chocen, welche damals in der zweiten tschechischen Leistungsklasse spielten.

1999 und 2000 ging es jeweils nur gegen das Team aus Mlade Bucky, erwartungsgemäß endeten beide Spiele mit Niederlagen für die Lawnmowers. 2000 fand dort auch das erste internationale Testspiel der frischen Mowers-Jugend statt. Dieses endete erfreulich, wenn auch überraschend 7-7 gegen die Jugendmannschaft von Mlade Bucky (wie es zu diesem Unentschieden im Baseball kommen konnte, ist nicht überliefert). Das zweite Spiel am Tag darauf ging knapp mit 12-10 für die Tschechen aus. Wie diese Mannschaft heißt, die in den Niederschriften immer nur „Team von Mlade Bucky“ oder „Team aus Mlade Bucky“ betitelt wird, oder ob es sie überhaupt noch gibt, konnten leider nicht herausgefunden werden.

In den Jahren darauf waren die Vienna Lawnmowers dann in Prag zur Saisonvorbereitung. 2002 wurde eine regelrechte Testspiel Orgie gegen Sokol Krc abgehalten. Einer der größten Baseballclubs Tschechiens, welcher seit 2009 unter dem Namen Eagels Praha auftritt und Dauerstarter in der Czech Baseball Extra League, der höchsten Spielklasse unseres Nachbarlandes, ist. Sämtliche Lawnmowers Teams (Kampfmannschaft, Lawnmowers II und Mowers-Jugend) bekamen es in zwei Tagen abwechselnd mit sämtlichen Sokol Krc Teams zu tun. Im vierten und letzten Spiel dieser Testspiel-Serie schickten die Prager ihre U14 gegen die Einsergarnitur der Wiener ins Rennen. Es sollte der erste und einzige überlieferte Sieg der Lawnmowers gegen eine ausländische Mannschaft sein. Triumph! Ruhm und Ehre!

Lawnmowers vs. Rest der Welt

Ok, Rest der Welt ist vielleicht ein wenig hochgestapelt, aber ja, der Off Season Report darf das. Der Off Season Report darf alles. Auch schlecht recherchiertes Veröffentlichen. Wobei die Recherchemöglichkeiten zum Folgendem tatsächlich sehr begrenzt sind. Zumindest in den Jahren 2005 und 2006 waren die Vienna Lawnmowers Teil des international bekanntem Finkstonball. Das Baseball-Pfingst-Festival schlecht hin. Damals noch ein wenig kleiner als heute. Die Spieler campierten am Platz und verbrachten die Pausen herumlungernd vor den Zelten, wie ein Foto im Archiv der alten Website zeigt. Die zweite Quelle, die belegt, das die Mowers an diesem hochrangigen Tunier mitwirkten, ist ein Ankündigungsschreiben vom 29. Jänner 2006 mit dem Titel „Finkstonball X – Baseballtunier in Attnang“, wo das Tunier allgemein, lokale Events und vor allem der Versuch den „glamorösen vorletzten Platz vom Vorjahr zumindest zu verteidigen“ groß angeworben wurde. Leider sind in den tiefsten Tiefen und Untiefen unseres Archivs keine Spielpläne und Ergebnisse aufzustöbern, welche Hinweise auf exotische nationale und internationale Gegner geben könnte. Eventuell könnten Zeitzeugen noch etwas davon berichten, falls deren Erinnerungen nicht Opfer der Nebenwirkungen der umworbenen lokalen Events geworden sind.

Jedenfalls fix ist, das die Lawnmowers seit 2006 – also seit über 15 Jahren – auf keinen Verein aus dem Ausland mehr getroffen sind. Zwei Versuche scheiterten: Zum einen wurde ein international besetztes Tunier in Tulln – das müsste um 2010 gewesen sein – wegen Sturm, Hagel und Frost schon am Vortag gecancelt. Zum anderen ein Freundschaftsspiel zehn Jahre darauf, welches im Zuge eines Trainingslagers gegen die Passau Beavers angesetzt war. Dieses musste relativ kurzfristig wegen Terminkollision seitens der Deutschen abgesagt werden, wäre aber auf Grund des ersten Lockdowns im Frühling 2020 sowieso gescheitert. Ein neuerlicher Termin gegen die Dreiflüßestädtler aus Bayern ist für 3. April 2022 in Wels angesetzt.

Weiters gibt es aktuell Bestrebungen einen österreichweiten Baseball-Cupbewerb einzuführen. Bei diesem Wettbewerb würden Teams aus der Bundesliga, den 2.Bundesligen und den Landesligen im K.O-Modus – ähnlich wie beim Fußball-Cup – um den Cupsieg spielen. Die Mannschaftsverantwortlichen der Lawnmowers haben sich, neben 10 anderen Teams, prinzipiell für die Einführung des Cups ausgesprochen, allerdings mit dem Einwand, das das schlechter gesetztere Team das Heimrecht erhält. Grund dafür ist, das ein Landesliga Team wohl nur schwer motiviert werden kann, quer durch Österreich zu fahren, um von einem Bundesliga Verein eins auf die Nuss zu bekommen. Zumindest in der ersten Runde. Wenn man die übersteht ist die Moral bestimmt schon eine andere. „Der Cup hat eigene Gesetzte.“ Da jedoch auch geplant ist mehrere Spiele der Runden zu einem Event an einen Ort und Tag zusammen zufassen, wird es eventuell in Zukunft doch wieder weitere Lawnmowers-Auswärtsfahrten zu Bewerbsspielen geben. Mal schauen, bis es soweit ist wird noch viel Wasser die Donau – das ist ein langer, europäischer Fluss, benannt nach dem italienischen Geistlichen Don Aurelius, seine Freunde nannten in kurz Don Au – hinunter fließen. Vor 2023 wird jedenfalls nicht mit der Einführung des Cupbewerbs zu rechnen sein, da eben nur 11 Teams, plus 1 Farmteam vorläufig Interesse bekundet haben. Mindestens 16 Mannschaften wären notwendig. Wenn es dann wirklich mal soweit sein sollte, könnten vermutlich nach und nach die grauen Flecken auf der mower´schen Baseball Austria Landkarte weniger werden.