Autor: Lionel Mace

Off Season Report – Imperialblau

Um die Jahrtausendwende waren die Vienna Lawnmowers nach knapp fünf Jahren Vereinsdaseins in der Baseballszene etabliert. Aufstieg in die Regionalliga Ost, nebenbei wurde begonnen eine Nachwuchsarbeit aufzubauen und mit der Einführung einer zweiten Erwachsenenmannschaft hatte man von der Größe her selbst traditionsreichere Vereine hinter sich gelassen, quasi kleines großes blaues Imperium aufgebaut.

1998, also schon zwei Jahre nach der Gründung der Lawnmowers, war man bemüht Jugendliche für den Baseballsport zu begeistern. Etwa ein Duzent 12- bis 15-jährige Jungmäher tummelten sich gegen Ende des Jahres beim Nachwuchs-Hallentraining in einer eigens dafür angemieteten Halle im Westen Wiens. Übungsleiterkurse wurden absolviert, um den Gschroppen ein vielversprechenderes Training anbieten zu können. Durch viel Talent und Begeisterung konnte schon ein halbes Jahr später die aller erste Nachwuchsmannschaft der Mowers, mit Spielern wie Alex Schroll, Philipp Sutanto oder auch Andreas Chrastka, im Frühling 1999 am Spielbetrieb in der damaligen Jugendliga W-NÖ-B-St – ein übrigens sehr eingängiger Liga-Name – teilnehmen. Die Erweiterung des Vereins brachte auch erste Sponsoren mit sich, was auch notwendig war, da sich der Materialbedarf mit einem Mal plötzlich verdoppelte. LIBROmania, eine mittlerweile längst eingeganene Tochterfirma der Schreibwarenhändlerkette mit Lieber Augustin-Cover-Werbejingle, hatte damals beispielsweise das Jugendteam mit Trikots ausgerüstet. Mit Beginn des Hallentraining 2000/2001 waren die Nachwuchscoaches Hadmar Lang und Michel Fleck und Spieler Dominik Ferstl intensiv beschäftigt den Baseballsport in die Schulen zu bringen, um den Nachwuchssektor zu vergrößern. Mit großem Erfolg. Eine zweite Nachwuchsmannschaft, unter anderem mit der Simmeringer Nachwuchshoffnung Daniel Jelencsits oder dem heute zweimaligen LLO MVP Clemens Hlawaty, ging schon in der Saison 2001 in der Schülerliga an den Start.

Auch um den Emporkömmlingen der Jugendmannschaft eine Zukunftsoption zu schaffen, bzw. ausgewachsenen Quereinsteigern eine Möglichkeit zu bieten und nicht gleich in den harten Regionalliga-Alltag fallen zu lassen, wurde 2002 eine zweite Erwachsenenmannschaft geschaffen. Sehr zu vorkommend war eine Ligareform, welche durch die Auflösung der Regionalliga Süd passieren musste. Dadurch, das die übrigen RLO Süd Teams mit den besten Ostteams nun die Regionalliga Ost bildeten, wodurch die schlechteren Ostteams in die Landesliga verbannt wurden, ergab sich in der LLO ein Überangebot an Mannschaften, weshalb diese noch einmal der stärke nach unterteilt wurde. So wurde praktischerweise den Lawnmowers 2 eine perfekte Einstiegsliga geboten. Die Gegner in dieser 2.Landesliga Ost waren damals die Vienna Bulldogs, welche im Winter mit zu den Homerunners integrierten und seit dem als drittes Farmteam geführt wurden. Dieses dritte Farmteam hatte übrigens bis letztes Jahr bestand, bis ca. 2017 als Bulldogs, ab dann bis 2020 als Freudenau Mets. Weiters die zweite Mannschaft der Tulln Ravens und die noch ganz frischen Woodquarter Red Devils. Diese Ligareform hat den Lawnmowers übrigens gleich doppelt geholfen, da die Lawnmowers 1 in der stärkeren RLO eine katastrophale Saison mit elf Niederlagen und nur einem Sieg fabrizierten, bedeutete das den Abstieg. Hätte es nur eine Landesliga darunter gegeben, wäre das vermutlich das schnelle Ende der Lawnmowers 2 nach nur einem Jahr gewesen.

Aber es kam ja zum Glück anders und dann ins Rollen. 2003 der sensationelle Wiederaufstieg der Lawnmowers 1 ohne Niederlage. Die Lawnmowers 2 sumperten in der 2.LLO so dahin, wodurch die Anfänger und Jugendspieler Matchpraxis sammeln konnten. Und die Nachwuchsarbeit funktionierte sowohl in der Schülerliga, als auch in der Jugendliga und die älteren Schüler nahmen gemeinsam mit den jüngeren Jugendlichen parallel auch noch in der Ponyliga teil. Die Kampfmannschaft konnte sich über die Jahre in der RLO behaupten. Die Vienna Lawnmowers, ein Großverein, jedoch noch ohne Größenwahn.

Betonung auf noch, denn dunkle Wolken ziehen auf über dem Land wo die Schoschonen schön wohnen. Schönwetter bringt nun mal Gewitter mit sich. Mit dieser meteorologischen Metapher lässt sich das Geschehen wohl am besten beschreiben. Die Lawnmowers haben sich schon früh in ihrer Vereinsgeschichte entschieden, nicht in eine österreichweite Bundesliga aufzusteigen. Grund dafür war, der damit verbundene Aufwand. Viele Spiele, weite Anfahrten. Primär sollte es immer in erster Linie um den Spaß am Baseball gehen. Jedoch arbeitete man im Verein mittlerweile gut, zu gut. Man brachte sogar einige Nachwuchsnationalspieler hervor. Der Nachteil: Diese wollten höher hinauf als nur in die Regionalliga. So sahen diese ihre Zukunft eher z.B. bei den Wanderers. Auch einige Spieler der ersten Mannschaft dachten mittlerweile weiter. Aus einer Kampfmannschaft, wurde eine Mannschaft aus Einzelkämpfern. Der Lawnmowers-Spirit war im Dugout der Lawnmowers 1 verschwunden. Sicher auch, weil viele Spieler der ersten Generation nicht mehr an Bord waren, die waren mittlerweile in den 30ern und standen mehr im Berufs- oder Familienleben und hatten dadurch gerade noch mehr nötige die Zeit um ab und an die Lawnmowers 2 zu verstärken. Gewinnen, man muss gewinnen, Erfolg muss her. Diese Einstellung einiger, spaltete dieses erste Mannschaft. Obwohl man qualitativ sicher eine sehr gute Mannschaft gehabt hätte, blieb darum der Erfolg aus. Vielen ehemaligen Jugendspielern fehlte auch die Motivation und verließen den Verein, auch weil sie in der Regionalliga kein Leiberl hatten. Nur die besten sollten Spielen. Gewinnen, Erfolg muss her. Erstmals hatte man auch keine Schülermannschaft mehr. Der stetige Aufwand, Jahr um Jahr in den Schulen neue Spieler zu finden, war nach der Anfangseuphorie dann doch zu groß geworden. Die U12 Spieler bleiben von Natur aus schließlich auch nicht ewig Unter 12 Jahre. Eine Jugendmannschaft blieb vorerst weiter bestehen.

2008 war dann das Schicksalsjahr des „blauen Imperiums“. Die grüne Revolution war in Vorbereitung. Die Vienna Bucks brachten Pläne aus der Schreibtischlade, die gerade zu maßgeschneidert für Erfolg-Suchende im Großraum Wien waren. So war schon zur Hälfte der Saison klar, das nahe zu alle Spieler der Lawnmowers 1 den Verein dorthin verlassen werden. Das Ergebnis war der letzte Platz in der RLO. Auch um die Lawnmowers 2 stand es schlecht. Dort passte zwar die Stimmung, jedoch der Spieler-/Pitchermangel war das Hauptproblem des Farmteams. Selbiges galt für die Jugend. Die meisten Spieler würden im Jahr darauf zu alten werden. Nur vier Spieler – drei davon Anfänger – wären vom Alter her noch spielberechtigt gewesen.

Die Zeichen standen auf Umbruch. Von Imperialblau zu Royalblau. Ein Umbruch, der – im nachhinein betrachtet – für diesen Verein nicht besser hätte sein können. Sicher ist es schade, das die einst so erfolgreiche Nachwuchsarbeit eingestellt werden musste, aber es war zu diesem Zeitpunkt schlicht der richtige Schritt. Der Mix aus Überbleibseln aller Lawnmowers Mannschaften – LM1, LM2 und Jugend – zusammen mit immer wieder neuen Quereinsteigern jeden Alters entwickelte sich zu einem gefestigten Landesliga Team mit einem Gesicht, aber das ist ein anderer Off Season Report…

Off Season Report – Aussicht mit Weitblick

Herzlich Willkommen in der Off Season. Der erste Off Season Report startet in Kürze…

…und zwar genau…..Jetzt! Thematisiert wird in der heutigen Ausgabe, die nahe und weitere Zukunft der Mowers: Von Hallentraining, Weihnachtsfeier und Trainingslager, bis hin zum Versuch wieder Nachwuchs in den Verein zu holen. Also gleich eingeparkt oder aus dem 11er gestiegen und erstmal rein in die Halle!

Endlich wieder Hallentraining?

Der burnout gefährdete Kreis der Schande (KdS) kann endlich vorsichtig zuversichtlich in die Zukunft blicken und den Staub abschütteln! Naja, außer das Magistrat hat da was verpfuscht, weswegen nicht nur der Kds, sondern auch die Verantwortlichen der Lawnmowers noch – wie gesagt – vorsichtig zuversichtlich sind. Denn, obwohl alles – wie jedes Jahr – frist- und ordnungsgemäß bei der zuständigen Magsitratsabteilung beeantragt wurde, fehlt seit Mai (!) die Rückmeldung samt offizielle Zusage. Unser Kontaktmann ist aber dran und wir vertrauen derweil seinen positiven Wortmeldungen wie: „Wird scho passen…“

Der Ablauf des Hallentrainings wird in gewohnter Manier durchgepeitscht, sehr zum Wohle der Veränderungslegastheniker. Soll heißen: Immer samstags von November bis März (außer Ferien) im Turnsaal der VS Neilreichgasse (erster Termin 6.11.) 15-16 Uhr Pitcher/Catcher Training, 16-18 Uhr allgemeines Training und weiter bis 18:30 noch Spielestunde. Auch Kommentare beim Aufwärmen von den Skirennen des Tages oder Geschichteln über den Leberkäs oder Dragon Ball Z sind natürlich Pflichtprogramm. Vielleicht gibt’s auch wieder ein Brot!!! Aber ja, vorsichtig zuversichtlich…

Feiern bis die Kerze brennt!

Nach einem Jahr Zwangspause, wird am 27.11. die mittlerweile berüchtigte Weihnachtsfeier der Vienna Lawnmowers statt finden. Dieses Jahr im Cafe Benno im achten Bezirk. Mittlerweile schon eine kleine Tradition ist der Termin am Samstag vor dem ersten Adventsonntag, – daher auch das Motto: Feiern bis die Kerze brennt! – welcher dieses Jahr aus einer Doodle Umfrage heraus ging, wie auch das Lawnmowers Adventgedicht, das eigentlich immer von den Neuzugängen vorgetragen werden hätte müssen. Da muss man dieses Jahr strenger durchgreifen! Eli Crowder, Flo Sulzer, Wolfi Terkl und Gustl Tseng sollten also schon langsam zum üben beginnen… 😉

Trainingslager und Saison 2022

Nach dem das für April 2020 geplante Trainingslager unfreiwillig storniert werden musste und auch an einen Nachholtermin 2021 nicht zu denken war, ist die Vorfreude auf ein geplantes Wochenende zur Saisonvorbereitung natürlich sehr groß. Als Dank an die Treue unserer Spieler, ist angedacht, das Trainingslager 2022 nahe zu kostenlos für die Teilnehmer zu gestalten. Soll heißen, die Kosten für Anreise, Unterkunft mit Frühstück und Platzmiete wird aller Voraussicht nach vom Verein übernommen werden. Wohin es geht ist noch nicht ganz entschieden. In erster Linie spricht aber vieles wieder für das Feld der feuchten Träume in Wels. Auch ein internationales Testspiel, wie es ja 2020 gegen die Passau Beavers schon angesetzt war, wird ins Auge gefasst.

Wenn alles nach Plan läuft sollte man mit April auf die frisch umgebaute Freudenau zurückkehren können und auch eine komplette Landesliga Saison sollte 2022 wieder möglich sein, sprich volle Hin- und Rückrunde von Ende April bis Ende August, samt Playoffs im September. Auch etwas worauf wir uns seit mittlerweile zwei Jahren freuen und einige Spieler, die nicht vor 2019 angefangen haben, noch nie erlebt haben!

Nachwuchsprojekt startet

Mit Beginn des Hallentrainings startet auch die erste Stufe des neuen Nachwuchsprojektes der Vienna Lawnmowers. Von 1999 bis ca. 2010 hatten die Mowers bereits eine Jugendarbeit. Zu Glanzzeiten der Jugend war man sogar in drei Alterstufen vertreten und mit den damaligen Lawnmowers II hatten die fertiggereiften Jungmäher eine gute Möglichkeiten in die Landesliga zu schnuppern. Trainermangel, Spielermangel, der Umbruch von 2008 und auch, der zu große Arbeitsaufwand, u.a. mit Schulprojekten stetig neue zu Spieler anzuwerben, stellten schlussendlich nach ca. 10 Jahren die Weichen Richtung Abstellgleis. Nun will man, allen voran der neue Präsident, längerfristig wieder eine Nachwuchsarbeit aufbauen. Auch um die Zukunft des Vereins zu sichern. Immerhin war das Durchschnittsalter der Spieler das letzte Mal 2012 unter 30 Jahre und wird auch in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht sinken.

In der ersten Phase wird im November und Dezember diesen Jahres ein vierteiliger Schnupperkurs für Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren angeboten. Anmeldungen dafür sind auch schon beim Verein eingegangen. Der Schnupperkurs soll mit Bewegungsspielen das Geschick und die Koordination fördern und auch erste Berührungen mit dem Baseballsport werden geboten. In erster Linie soll es jedoch den Kindern Spaß machen und sie sollen gerne zum Training kommen wollen. (Anmeldung und Infos: nachwuchs@lawnmowers.at und auf Kindertraining (Altersgruppe 3-5 Jahre) – Vienna Lawnmowers Baseball Club).

Und dann weiter? Ist nach diesem Schnupperkurs genug Interesse geweckt, ist der Plan, das Angebot nach dem Jahreswechsel auszubauen und wenn das gut laufen sollte auch in die Freiluftsaison mitzunehmen. Ein geeigneter Trainingsplatz in Hallennähe wäre hierfür strategisch günstig. Die Fühler dafür sind jedenfalls bereits ausgestreckt. Ebenso wären dann Trainerlehrgänge und Erste Hilfe Kurse vorgesehen, um ein kompetentes Trainerteam aufzustellen, bzw. zu erweitern. Wenn das alles laufen sollte, ist der erste Meilenstein 2023 eine T-Ball-Mannschaft (4-6 Jahre) zu stellen.

In der zweiten Phase soll es dann weiter Richtung Schülerliga (U10) gehen und erneut auch mit Schulprojekte an Volksschulen begonnen werden. Parallel dazu der nächste Durchgang Kindertraining (3-5 Jahre), damit der Nachschub für T-Ball und die U10 nicht auf der Strecke bleibt.

Große Vorstellungen und teils utopisch wirkende Gedanken, in der Tat. Viele werden sicher auch sagen, das das nicht gehen wird, man bräuchte dieses und jenes, das kostet, das ist der ua Aufwand und wer soll das machen, usw. – Präsident Lionel Mace dazu: „Sicher braucht es viele helfende Hände, einen langen Atem und vor allem genug Kinder, aber man kann erst wissen, ob es funktioniert, wenn man alles dafür getan hat. Vorher gibt’s bei mir kein „Geht nicht“!“

25 Jahr Jubiläumsmatch

Am 26.September 2021 war es soweit. Nach wochenlanger Vorfreude stand in der Freudenau das Legendenmatch zum 25.Vereinsjubiläum am Programm. Doch beim Eintreffen am Ballpark war die Freude kurz getrübt, denn die 3rd Base Halterung war nicht im Boden auffindbar. Ein Lawnmowers-Bautrupp unter fachmännischer Bauaufsicht von Andi Chrastka, er leitete seinerzeit auch den Bau des Fundaments für den Blechschuppen – der Mann weiß also, was er tut! – wurde Kubikzentimeter für Kubikzentimeter bis tief ins Erdreich nach dem eigentlich einbetonierten Eisenrohr abgesucht. Nach einigen Minuten sah es schon mehr nach U-Bahn Baustelle, als nach Baseballplatz aus. Angeblich waren Verkehrsstadtrad und VertreterInnen der Wiener Linien schon am Weg in die Aspernallee, um eine spontane PK zum Baufortschritt abzuhalten. Dem Eisenrohr sollte es egal sein, es ist offenbar schon in der Off Season. So wurde eine Ersatzhomeplate als 3rd Base hergenommen und Umpire Marco Prusa konnte das Spiel anrunfen: „Play Ball!“

Den First Pitch steuerte die Zukunft bei: Emilian (3) und Levi (0) hatten die Ehre. Dann betrat Mowers Pitcher Moritz Bammer unter den Beats von MC Bammer und der Vorstellung seiner Heimat und deren Autobahnabfahrten via Lautsprecher den Mount und ließ im ersten Halbinning, auch dank seines Infields, keinen Run zu. Florian Sulzer im Rightfield feierte in diesem Spiel übrigens seinen Premiereneinsatz für die Lawnmowers. Für die Legenden begann Thorsten Brei am Hügel. Ja, jener Thorsten Brei, der in den frühen 10er Jahren einer der besten Pitcher der Landesliga war. Trotz einer Hüftoperation letztes Jahr hatten vor allem unerfahrene Batter der Lawnmowers Probleme mit dem Legenden-Oberkanonier. Auch der zweite Spielabschnitt gehörte der Defense. Je nur ein Run. Dann zeigten die Legenden den Jungspunden wo der Bartlcek den Most herholt (Original-Zitat: 1998 Mlade Bucky). Die Vereinsveteranen scorten drei weitere Runs, während die LLO-Mannschaft weiterhin mit Breis würfen nicht viel anfangen konnte. Zum 5.Inning machte Bammer Platz für einen Debütanten am Mount. Wolfgang Köhler bekam ein paar Batter vor die Linse und wurde danach von Daniel Jelencsits wieder erlöst. Auch für Thorsten Brei war Schluss. Ihn ersetzte Robert Pawlin. Die Platz-DJs waren mittlerweile auf Zack und so konnten sogar einige Walk Up Songs eingespielt werden, wie Jelly from the Block oder Sweet Home Elibama. Das Kinderlied über Tiere war eher ein Ausetzer. Spielstand Top-6 7-1 für die Legenden und die schnupperten am süßen Stoff der Sensation. Am Zaun, wo Hadmar Langs Wäsche* zum Trocknen aufgehängt war, zitterten die T-Shirts schon ganz nervös im Wind. Man merkte ihnen an, das sie dieses Spiel nun unbedingt gewinnen wollten. Manfred Gollopp zeigte vollen Einsatz bei einem beinahe Diving Catch im Center Field und Rene Eichinger vollführte beim Ausweichen am Schlag sogar einen eingesprungenen Goethe! Doch dann konnten die Lawnmowers doch noch punkten. Einige Hits und zwei Innings später stand zum Anfang des achten Innings jedoch immer noch 8-4. Dann zeigten die Legenden, das sie auch das „Lawnmowers-Inning“ noch perfekt beherrschten. Zur Info: Das „Lawnmowers-Inning“ (Patent beantragt) ist ein Defense-Inning, in dem man ein ganzes Spiel verliert, weil es gefühlt ewig dauert und man so viele Runs kassiert – optional mit Pitcherwechsel, in dem Fall Michel Fleck für Robert Pawlin – , das dannach im Dugout prinzipiell zwei Fragen in den Raum gestellt werden. 1.) „Wie viel Runs waren das jetzt eigentlich?“ 2.) „Wer ist dran, das is scho so lang her?“ Es sollten 8 Runs sein, die die Lawnmowers ihren Legenden an getan hatten. Wobei ein Run beinahe nicht zählen sollte, denn Petra Goldova rannte in Slow Pitch Softball Manier rechts an der Homeplate vorbei und berührte diese erst nach einem nett gemeinten Rat von Ump Prusa: „Heast Petra, wo rennst du herum?“ Ins letzte Inning gingen die Landesliga-Mowers also erstmals an diesem Tag mit einer Führung und diese behielten sie auch. Endstand 12-8 gegen ganz stark aufspielende Legenden. Respekt, wenn man bedenkt, das einige seit über 20 Jahren keinen Schläger, Handschuh oder Ball mehr in den Händen hatten.

Zeichenerklärung: * = Hadmar brachte alle Lawnmowers Trikots und Shirts aus den letzten 25 Jahren, die er besaß, mit in die Freudenau. Entlang des Zauns hinter 1st Base hingen die Zeitzeugen, wie tibetische Gebetsfahnen. Hat wirklich cool ausgeschaut!

Das waren die Legenden:

Philipp Sutanto – 2002-2016 & 2020 davor Jugend, Gold Glove Catcher LLO 2013, Ehem. Vize Präsident

Melanie Dietzel – 2003-2007

Robert Pawlin – 2008-2012 & 2016, Ehem. Vize Präsident

Hadmar Lang – 1996-2008, Manager 2013-2017, MVP RLO 2001, Best Batter RLO 2000 & 2001, Gold Glove Short Stop RLO 2001

Bettina Rudl – 1998-2007, Gold Glove Left Field 2.LLO 2004

Michel Fleck – 1996-2019, Manager seit 2017, 1996-2020 Präsident

Christian Neumann – 1996-2005 & 2010-2012, Co-Manager 2013-2017, Vorstandsmitglied

Dan Rudl – seit 1996 (ab 2016 nur noch Reserve), Best Batter RLO 2004

Carola Kölbl – Mowers Jugend

Didi Ackerl – seit 1996, LM-Rekordspieler, Best Pitcher 1.LLO 2003 & RLO 2004, Gold Glove Pitcher RLO 2004, Gold Glove Short Stop LLO 2012, 2014 & 2015, Vorstandsmitglied

Nico Sieder – Mowers Jugend

Rene Eichinger – 1996-1997

Oliver Meingast – 1996-1999, Best Batter LLO 1998, Gold Glove 1st Base LLO 1998

Manfred Gollop – 1999-2007, Gold Glove Right Field RLO 2001, Gold Glove Center Field 1.LLO 2003

Eva Eder-Toth – 2003-2008 davor Jugend

Edith Mace – 1996-1998

Thorsten Brei – 2008-2017

Extrainning

Anschließend versammelten sich alle Spieler und Zuschauer bei der Kantine und ließen das 25-Jahr-Jubiläum bei Burger, Bier und guter Stimmung ausklingen. Anekdoten wurden über die Heurigentische gekudert und Präsident Lionel Mace begann mit der Ansprache zur Preisverleihungszeremonie. Erst wurden die Lawnmowers Awards für die Saison 2021 verliehen. Der urigste Preis war dabei wohl der für den Moment des Jahres: Der goldene Umbertl. Eine vergoldete Nachbildung des nackten, schönen Bertls im Maßstab 1:16 inkl. einer ehrenhaften Schleife. Danach waren Ehrungen im Zuge des Jubiläums an der Reihe. Michel Fleck, Präsident von 1996-2020, wurde zum Ehrenpräsidenten vorgeschlagen (er muss dafür noch bei der Generalversammlung im Jänner gewählt werden), darum bedankte er sich mit den rührenden Worten: „Vielleicht danke!“ Dann wurden fast Tränen vergossen und nebenbei immer wieder Käsekrainer ausgerufen, als Didi Ackerl mit dem Award zum Lawnmowers-Rekordspieler, für seinen unermüdlichen Einsatz in den letzten 25 Jahren in genau 275 offiziellen Ligaspielen für die Mowers, überrascht wurde. Laut Dankesrede kann er sich noch an jedes einzelne Spiel erinnern, naja.

Soweit zum förmlichen Teil. Zum Abschluss gab es noch eine kurze Spieleshow: Die Lawnmowers Zeitreise. Zwei freiwillige 2-Mann-Teams (je eine Legende und ein aktueller Spieler bildeten ein Team) mussten sich acht Fragen aus den letzten 25 Jahren Vereinsgeschichte stellen. Richtige Anwtort = 1 Punkt. 4 Punkte = Sieg. Preis = Ein T-Shirt. Team A: Moritz und Manfred. Team B: Jelly und Melly. Team A setzte sich 4-2 durch! Hier noch einmal alle Fragen und Antworten zum Nachlesen.

1996 – Vereinsgründung inkl. Namensfindung. Der Kreativität waren kaum Grenzen gesetzt. Schlussendlich einigte man sich auf den Namen: Lawnmowers. Ein weiterer Vorschlag, der sogar bis in die engere Auswahl kam, basierte auf einer Süßspeise, welche zur Versammlung mitgebracht wurde? → Wiener Lebkuchenherzen mit gemischter Füllung

1997 – Am 13.April findet das aller erste Ligaspiel der Lawnmowers in der Freudenau statt. Das Spiel wurde 12-28 verloren, aber gegen welches Team? → Schwechat Blue Bats II

1999 – Um die Jahrtausendwende fuhren die Lawmowers regelmäßig zu Ostern nach Tschechien auf Trainingslager. 4x nach Mlade Bucky und 2x nach Prag. Zum Grundnahrungsmittel gehörte ein 5-schichtiger, tschechischer Waffelriegel mit Schokoüberzug. Der Name des Riegels lautete? → Tatranky

2006 – Am 2.März fand in der Militärakademie Wiener Neustadt ein Nachwuchshallentunier statt, bei dem auch die damalige Jugend der Mowers mit dabei waren. Nach zwei knappen Niederlagen – 1-2 gg. die Diving Ducks und 3-4 gg. die Wanderers – endete das dritte Spiel, ganz untypisch für ein Baseballspiel, mit einen 7-7 Unentschieden gg. die Lions. Grund dafür war der sehr enge Zeitplan bei diesem Tunier. Highlight dieses Spiels war ein Strike den Mowers Jungcatcher Felix Rusa jedoch nicht mit dem Handschuh gefangen hat, sondern? → Der Ball blieb in der Catchermaske stecken

2016 – Am 14. Februar erschien ein Artikel auf der offiziellen MLB-Homepage. Soll vorkommen. Das besonerde war, das dieser Artikel einen eigenen Absatz über die Vienna Lawnmowers beinhaltete. Eventuell war es sogar das erste und einzige Mal das ein österreichischer Verein auf der MLB-Homepage erwähnt wurde. Worum ging es in diesem Artikel? → The crazy stories behind 19 of the weirdest baseball team names from around the world

2016 – Aufstiegsrelegation LLO/RLO 2016. Die Lawnmowers haben das erste Spiel der Best-of-Three Serie gegen die Bucks gewonnen. Die Bucks legten jedoch Protest ein. Im zweiten Spiel, das damals in Stockerau statt gefunden hat, wird Rene Szeywerth zum bisher einzigen Mal in seiner Karriere als Lead Off Hitter aufgestellt und wird schon vor dem ersten Pitch des Spiel vom Ump Out gegeben. Warum? → Er ging mit einen Alu-Schläger an den Schlag. Erklärung: Der Protest der Bucks stützte sich darauf, das die Lawnmowers im ersten Spiel – wie in der LLO üblich – Alu-Schläger verwendeten und sie der Meinung waren, das in der Relegation nach RLO-Regeln mit Holzschlägern gespielt werden muss. Der damalige LM-Coach Hadmar Lang schickte darum im zweiten Spiel Szeywerth mit einem Alu-Schläger an dem Schlag, um anschließend auch Protest einlegen zu können. Sportlich, wie auch am grünen Tisch gewannen schlussendlich die Lawnmowers. Die Bucks durften außerdem sowieso ebenfalls in der RLO bleiben, weil die Liga nicht voll war. Viel Wirbel um nichts.

2019 – Anfang April machen sich die Lawnmowers im Reisebus auf dem Weg ins Trainingslager nach Wels. Einer Theorieeinheit am Abend des Anreisetages folgen zwei intensive Trainingstage. Das Teamquartier war im Bayrischen Hof, mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet, welches über wie viele Laufmeter erstreckte? → 25m

2021 – Erstmals in der Geschichte der Lawnmowers kommt es im März 2021 zur Aufnahme von Spitzensportlern in den Verein. Und zwar nicht nur einen oder zwei sondern gleich der gesamte Kader besteht mit einem Schlag auf einmal nur noch aus Spitzensportlern und das obwohl genau die gleichen Namen in der Spielerliste aufscheinen, wie noch einen Tag davor. Wie das? → Durch die Spielgemeinschaft mit den Piratas del Caribe, welche 2017 eingegangen wurde. Diese spielen in der 2.Bundesliga Ost und somit in einer offiziell dem Spitzensport zugeschriebenen Liga. Dadurch das die Spieler der Lawnmowers dort spielberechtigt sind, waren auch diese offiziell Spitzensportler.

Lawnmowers Awards 2021

Best Outfielder: Rene Szeywerth

Best Infielder: Clemens Hlawaty

Best Catcher: Luca von Ameln

Best Pitcher: Moritz Bammer

Best Batter: Luca von Ameln

Lawnmower des Jahres: Luca von Ameln

Der goldene Umbertl: Michael Bittmann und 2 Homeruns in 2 At Bats

Danksagungen:

Danke an…

…Marco Prusa, der 9 Innings in über 3 Stunden im Einmannsystem umpte!

…Rober Pawlin, Clemens Hlawaty und Dario Krajnovic für Tonanlage, Mikro und Musik!

…alle die beim Platz herrichten geholfen haben!

…die Vienna Metrostars für den Kantinenbetrieb!

…alle Legenden, die ihre Gesundheit und Leben bei diesem Match in die Waagschale waren!

…Petra Goldova, das sie die Homeplate doch noch berührte!

Mowers können noch siegen

Mowers können doch noch siegen

Am letzten Spieltag der Saison 2021 wollten die Lawnmowers ihre schier unendliche Niederlagenserie endlich beenden. Doch die Aufgabe war nicht die Leichteste. Denn die Gegner hießen wie in der Vorwoche Metrostars und Bucks. Während die Lawnmowers gegen Mitte der Saison komplett aus der Spur gerieten und das Selbstvertrauen mit Spiel zu Spiel weniger wurde, konnten die Metrostars 5 ihrer letzten 6 Spiele gewinnen. Dementsprechend motiviert starteten die Gastgeber, gespickt mit jungen Nachwuchstalenten, in den letzten Spieltag. Doch auch die Mowers wollten nochmal zeigen was sie konnten.

VIENNA LAWNMOWERS vs. VIENNA METROSTARS II

Line Up: #22 Hlawaty 3B (> P), #11 Bittmann P (> #7 Schroll 1B), #6 von Ameln C, #15 Szeywerth CF, #69 Ackerl SS, #4 Krajnovic LF, #3 Crowder 1B (> 3B), #24 Bammer 2B, #8 Terkl RF

Auf den Pitcher der Metrostars, welcher auch in der Vorwoche gepitcht hatte, konnte man sich zu Beginn besser einstellen und so konnte man bereits im ersten Halbinning anschreiben. Doch eine solide Defensive seitens der Gastgeber beendete die ersten Offensivbemühungen schneller als den Mowers lieb war.

Bevor es ins erste Defensivinning der Mowers ging, gab Manager Alex Schroll noch einmal seine Marschroute vor: „Geht schon Leute! Und, dass sich keiner verletzt, wir sind heute sehr knapp besetzt!“

Mit Mike Bittmann als Starter und einer an dem Tag, so hoffte man, starken Verteidigung, wollte man die schlagstarken Metrostars in Schach halten. Doch der Plan hielt nicht lange. Bei einem Wild Pitch und anschließendem Stealing auf Home kam es beim ‚Tag‘ zum Zusammenprall. Der slidende Runner traf Mike so unglücklich am Handschuh, dass dieser nach dem ‚Tag‘ seinen Handschuh wegwarf und zu Boden sank. Jeder wusste sofort, dass was nicht stimmte. Mike musste mit schmerzverzehrtem Gesicht ausgewechselt werden. Das Spiel geriet somit kurz in den Hintergrund. Naja, nicht bei jedem. Minutenlange Diskussionen seitens der Metrostars, ob der Runner auf Home nicht doch Safe war, folgte im Anschluss sogar noch ein Protest. Später kam die ernüchternde Nachricht: 3 Brüche der Mittelhandknochen und 4 Wochen Gips. Das restliche (bzw. eigentlich fast das ganze Spiel) musste also Hlawaty die Aufgabe am Mound übernehmen und Alex Schroll übernahm die Position auf 1st Base. Und die Metrostars kamen erst so richtig in Schlaglaune. Bereits Pitch Nummer 2 führte zu einem Homerun über den Leftfieldzaun. Diesem sollten weitere schöne Hits und Homeruns folgen. Auf der Gegenseite konnten die Mowers nicht an das erste Inning anknüpfen. Einziges Highlight war der erste Hit des Rookies Wolfgang Terkl, der zumindest noch den dritten Run der Mowers heimbrachte. Endstand 13:3.

VIENNA LAWNMOWERS vs. VIENNA BUCKS

Line Up: #22 Hlawaty 2B, #6 von Ameln CF, #15 Szeywerth C, #69 Ackerl SS, #4 Krajnovic LF, #3 Crowder 1B, #98 Jelencsits 3B, #24 Bammer P, #8 Terkl RF

In ihrem letzten Match wollten die Mowers jetzt doch endlich mal wieder etwas Zählbares mitnehmen. Deshalb wurde während der Spielpause eifrig über die Startaufstellung diskutiert: „Clemens ins Leftfield, Luca in Centerfield?“ lauteten nur einige wilde Spekulationen. Und tatsächlich feierte zumindest Luca von Ameln sein Debüt im Outfield. Diese Sichtweise aufs Spielfeld und die Rücken seiner Teammitglieder war für den Deutschen vollkommen neu. Er erledigte seine Aufgabe jedoch mit Bravour. Bzw. seine Nicht-Aufgabe. Denn der spontan von einer Ellenbogen Verletzung geheilte Pitcher Moritz machte mit der Bucks-Offensive kurzen Prozess. Viele Strike Outs und solide Plays des Infilelds ließen von Beginn an keinen Zweifel am Ausgang der Partie entstehen und so fand lediglich ein einziger Ball den Weg ins Outfiled – jedoch zu Krajnovic im Leftfield. Zwar brauchte auch die Offensive der Lawnmowers ein wenig um den Staub der letzten Spiele abzulegen, doch ab dem 2ten Inning konnte man kontinuierlich scoren. Angetrieben durch Ex-Präsident Michel Fleck, der dankenswerter Weise bis zum Schluss den Basecoach gab, zeigten die Lawnmowers endlich wieder eine starke Offensive. Das Selbstvertrauen kehrte wieder zurück und jeder freute sich, wenn er wieder zum Schlagen dran war. Mitte des Spieles dann das vermeintliche Highlight des Spieles. Ein schöner Schlag von Clemens Hlawaty bei Bases Loaded konnte von den Outfieldern nicht unter Kontrolle gebracht werden. Alle Runner konnten somit scoren und auch Hlawaty nutzte seinen Speed um postwendend wieder Home zu kommen. Doch die Freude hielt nicht lange. Ein Appeal seitens der Bucks wurde zurecht zu einem Out verwandelt. Doch was war passiert: Wolfgang Terkl, vor dem Schlag auf 1st Base, war laut eigenen Angaben so mit Adrenalin geladen, dass er prompt vergas 3rd Base zu berühren. Somit wurde er nach dem Appeal Out gegeben und so zählten „nur“ die ersten beiden Runs. Doch auch dieses Missgeschick konnte die Mowers nicht aus der Bahn werfen. Eine weiterhin stark spielende Defensive ließ keinen einzigen Run zu und so lautete der Endstand 13:0.

Ein versöhnlicher Saisonausklang, konnte man doch im letzten Match endlich wieder an die Leistung der ersten Saisonhälfte anschließen. Eine Saison ging zu Ende, die mehr als nur durchwachsen war. Mit Spielen, bei denen die Mannschaft über sich hinauswuchs und starke Gegner besiegte. Aber auch mit Phasen in denen so gut wie gar nichts ging und Führungen aus der Hand gegeben wurden, die nicht hätten hergegeben werden dürfen.

Mowers wie Flasche leer

Nach 4 sieglosen Spielen reichte es für die Lawnmowers 2021 nur an der Teilnahem am mittleren Platzierungstunier. Die Hinrunde fand am Samstag, 4.9., auf der Spenadlwiese gegen die Metrostars II und die Bucks statt. Die Mowers wollten sich bei diesem Dreiertunier rehabilitieren und endlich wieder an die Leistungen der ersten Saisonhälfte anknüpfen. Doch daraus sollte nichts werden. Der Glaube an den ersten Sieg seit einem Monat war schlicht nicht da und so setzte es für Mental angeknackste Rasenmäher erneut 2 Niederlagen. Und täglich grüßt der Habichtskauz. Hängende Köpfe und Ratlosigkeit im Anschluss – da nutzt es auch nichts, das das Spiel gegen die Bucks im Anschluss 7-0 zu Gunsten der Mowers strafverifiziert wurde -, eine Situation durch die die Mannschaft nun zusammen, als Team, gehen muss. Nächsten Samstag stehen in der Freudenau noch die Rückspiele an. Den Abschluss der Freiluftsaison bildet dann das 25 Jahr Jubiläumsmatch, gegen die Lawnmowers Legendenmannschaft.

VIENNA LAWNMOWERS vs. VIENNA METROSTARS II 5 – 17

Line Up: #1 Mace LF (> #22 Hlawaty 3B), #11 Bittmann 2B (> P), #52 Bertleff CF, #15 Szeywerth C, #69 Ackerl SS, #67 Chrastka DH, #73 Köhler 3B (> LF), #3 Crowder 1B, #4 Krajnovic RF (> #8 Terkl) – #98 Jelencsits

VIENNA LAWNMOWERS vs. VIENNA BUCKS 7-0 strafverifiziert (ursprünglich 6-10)

Line Up: #22 Hlawaty 2B (> P), #1 Mace CF (> LF), #3 Crowder DH (> 2B, #52 Bertleff > CF), #11 Bittmann 3B, #15 Szeywerth C, #69 Ackerl SS, #67 Chrastka 1B (> #98 Jelencsits), #73 Köhler LF (> 2B), #4 Krajnovic RF – #24 Bammer P

Gescheiterte Generalprobe

Nach drei Niederlagen in Folge und der damit verpassten Chance auf die erneute Teilnahme am Meisterplayoff, stand für die Lawnmowers am Mittwoch dem 1.9. das Nachtragsspiel gegen die Metrostars II und damit das letzte Spiel des Grunddurchgangs 2021 auf dem Programm. Dadurch, dass dieses Spiel, welches als Nightgame ausgetragen wurde, keinen Einfluss mehr auf die Tabelle hatte, nutzten beide Teams die Gelegenheit einiges auszuprobieren.

Vienna Lawnmowers vs. Vienna Metrostars II

Line Up: #98 Jelencsits 3B (> P), #11 Bittmann DH (> 3B), #73 Köhler LF, #52 Bertleff CF (> 1B), #69 Ackerl SS, #8 Terkl RF (> #4 Krajnovic CF > RF), #3 Crowder 1B (> #22 Hlawaty 2B), #15 Szeywerth C, #17 Zednik 2B (>RF > #1 Mace CF) – #24 Bammer P

Bei den Mowers startete nach Urlaubspause ein weiteres Mal diese Saison Moritz Bammer am Mount. Rene Szeywerth ersetzte erneut Stammcatcher Luca von Ameln. Ebenfalls aus dem Heimaturlaub zurück, nahm Eli Crowder wieder seinen Platz an der 1st Base ein. Klaus Zednik durfte neben Routinier Didi Ackerl im Middleinfield ran. 3rd Baseman Daniel Jelenecsits komplettierte das Infield und das Outfield bildete der Ibiza Bertl flankiert von der Wolf-Gang. Die Metrostars konnten schnell eine passable Führung ausbauen. Bei den Lawnmowers hingegen wollte nichts funktionieren. Zur Mitte des Spiels gab es dann bei beiden Teams die große Wechselrochade. So viele Wechsel in einem Spiel, hatte der international erfahrene Ump, der u.a. auch in der deutschen Bundesliga aktiv war, noch nie erlebt. Ja, das ist Landesliga in Reinkultur. Jelencsits ersetzte Bammer, Hlawaty kam für Crowder und für Starting Line Up Debütant Terkl kam der wiedergenesene Dario Krajnovic. Und der Kroate brachte endlich ein wenig Feuer in das Spiel der Lawnmowers. Zwei Hits und ein tolles Force-Out aus dem Centerfield, welche dann jedoch leider die einzigen Highlights auf Seiten der Royalblues bleiben sollten. Einen weiteren Push-Effekt erwartete man sich durch die späte Einwechslung des aus dem Burgenland eingeflogenen Präsidenten – bitte nicht zu verwechseln mit einem eingesprungenen Goethe – Lionel Mace, doch auch daraus wurde nichts. Beim Spielstand von 12-3 und geladenen Metostars-Bases versuchten die Mowers noch einmal alles, um den entscheidenden Run zur Mercy Rule zu verhindern. Also: „Alles Home!!!“, was an Michi Bittmann irgendwie vorbei gegangen war. Ein kurzer Hit ins Left Field, Wolfgang Köhler nahm den Ball auf, Bittmann fuchtelte: „Zu mia, spü zu mia!“, Köhler warf dennoch korrekt und direkt Richtung Home, doch leider war der Run dann schon passiert. Endstand 3-13.

Die Formkurve der Lawnmowers gleicht dem Sturzflug des Habichtskauz, wenn er zur Jagd auf seine Beute, wie kleinere Hasen, Erdmäuse oder Spitzmäuse, ansetzt – sprich steil bergab. Am Schlag Leerlauf und Verunsicherung, die sich allmählich auch aufs Selbstvertrauen der Spieler auswirkt. Die große Frage nur zwei Tage vor dem Mittleren Playoff am Samstag: Haben die Mowers das Gewinnen verlernt?

Eine kleine Randnotiz für eventuell mitlesende Mütter, denen es vielleicht wichtig ist, das ihre Kinder genug Gemüse essen: Jemand hat beim Burger nach dem Spiel den Salat weggelassen!

Mowers verlieren Hitzeschlacht

Stille, ab und zu rascheln die Blätter der Bäume, wenn ein Lüfterl die drückende Hitze ganz kurz unterbricht. Immerhin hat es um halb 10 vormittags schon knapp 30°C. Hier und da hört man die Reifen eines Fahrzeugs am Asphalt vorbei rollen oder die Hufe eines Pferdes am Waldweg entlang klappern, dann wieder Stille. Auf einer großen Wiese steht eine rostige Scheibtruhe ohne Rad. Beim Schuppen dahinter klackt es metallisch, da versucht einer die Anhängevorrichtung des Heuanhängers zu reparieren. Dann erneut Stille, ehe die Glocken der naheliegenden Kirche läutend zum Gottesdienst lädt.

Nein, diese Szenerie beschreibt nicht den idyllischen Sonntag-Morgen in St. Christoph am Kukuruz, sondern die Freudenau, wo eigentlich gerade ein Haufen an Spielern der Lawnmowers und Metrostars II die Spieltagsvorbereitung in Angriff nehmen hätten sollen. Kurz vor Treffpunkt ereilte uns jedoch ein Wozepp mit der Benachrichtigung, das zwei Spieler der Gegner bei einem Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zum Glück, wie wir mittlerweile wissen, nur falscher Alarm, dennoch wurden die Spiele der Metrostars abgesagt, bzw. anschließend auf Mittwoch 1.9. verschoben. Dies hatte zu Folge, das das Spiel der Lawnmowers gegen die Titans auf 13:30 vorverlegt wurde. Einige Mowers, erreichte die Kunde noch früh genug, um zu Hause zu verweilen, während jene, die schon am Platz waren und eine weitere Anfahrt hatten, versuchten das beste aus knapp drei Stunden auf einem leeren Baseballplatz bei 30°C rauszuholen. Ein Präsidentenbad in der rostigen Scheibtruhe ohne Rad, das Tee im Cage malträtieren oder den Rasemähtraktor übers Feld wetzen. Gegen High Noon wurde dann schließlich aufgewärmt. Nach den super Battingtipps der Vorwoche: „Wenn er drinnen ist, ist er draußen!“, flogen erneut beim umziehen weise Ratschlags-Wortfetzen durchs Dugout: „Den Rüssel musst du schon raus hängen lassen.“ Ok, zu gegeben, ein bisserl Kontext wäre nicht schlecht. Wie bei diesen Temperaturen üblich, leiden jene, die in Dachgeschosswohnungen leben, besonders laut unter der Hitze, darum lautete das Thema Fachdiskussion „Klimaanlagen“. Alles klar?

VIENNA LAWNMOWERS vs. DANUBE TITANS

Starting Line Up: #22 Hlawaty P (> #52 Bertleff CF), #1 Mace LF, #6 von Ameln C, #11 Bittmann 2B (> P), #15 Szeywerth CF (> RF), #69 Ackerl SS, #47 Prusa 3B, #67 Chrastka 1B, #73 Köhler RF (> 2B)

Dann wurde endlich gespielt. Der Habichtskauz, auch Uralkauz genannt (lath. Strix uralensis), ist eine große Eule aus der Gattung der…na, Spaß, allerdings lässt dieser Anfang des Spielberichts schon vermuten, das die Lawnmowers erneut nicht in Top-Form agierten. Woran es lag? Erneut an der Offense. Im Feld machten alle Spieler ihre Hausaufgaben. Andi Chrastka, erstmals nach seiner langjährigen Verletzung an der 1st Base, spielte diese Position als würde er sie auch trainieren. Marco Prusa lieferte von 3rd Base aus Würfe wie Striche: „Achtung Infield, Schnellzug aus Deutsch Wagram fährt durch. Halten Sie bitte Kinderwägen und Gegenstände fest!“ Das errorlose Outfield, handelte…phu…handelte…naja…errorlos halt. Aber die Offense machte einfach dort weiter, wo sie zu großen Teilen in der Vorwoche aufgehört hatte. Wenig Strike Outs und auch wenig Base-on-Balls, aber auch zu viele Fly Outs und Easy Outs auf 1st, durch schlicht zu schwache Schläge. Aber warum? Keine Ahnung. Kein Vergleich mehr zum Beginn der Saison, als hätte die Lawnmowers ihre Schlagkraft beim Übergang von Juli auf August am Zoll verloren. Die Donau-Titanen hingegen hatten mächtig Power am Schlag und auch mehrere Hits, bei denen die Mowers chancenlos waren. Hit by Pitch Hobbysammler Thomas Bertleff blieb in diesem Spiel zwar an der Homeplate verschont, wurde aber nach erreichen der 2nd Base aus dem Hinterhalt vom Center Fielder wuchtig abgeschossen, dem allerdings keine Absicht zu unterstellen ist. Zum Thema Absicht oder nicht, hatte ein Titan, der kurz zuvor von Mowers Pitcher Hlawaty getroffen wurde, eine eigene Meinung… Auf die Entschuldigung Hlawatys reagierte er recht ungustlig, auf die Art: Das war Absicht, weil wer unabsichtlich einen Batter abschießt, der kann nicht werfen und wer nicht werfen kann, soll nicht pitchen. Wenn man sich an diesen Leitsatz halten würde, würde man in Österreich vermutlich bis in die Bundesliga rauf nur Tee-Ball spielen können, aber egal. Die Gemüter waren besänftigt und das Spiel nahm seinen Lauf. Ein Bild, welches die Situation in den Köpfen am Schlag der Wiener bestätigte war eine Situation im fünften Inning, als bei Bases Loaded erst Rene Szeywerth um jeden Preis ein Base-on-Balls oder Hit by Pitch erzwingen wollte und scheiterte und anschließend Didi Ackerl einen Bunt zum Easy Out auf Home fabrizierte. Es wirkte, als hätten die Spieler am Schlag nicht mehr die Leichtigkeit oder das nötige Selbstvertrauen und so verlief die Aufholjagd ins Leere. Auch die letzten beiden Innings brachten mehr Verunsicherung als Runs ein und so schien ein 6-Run-Rückstand auf die Klosterneuburger im letzten Halbinning, schier unaufholbar und somit war das dann auch so. Endstand 7-13.

Waldviertel Wochenende 2021

Am Sonntag den 8.8. stand für die Lawnmowers eine Auswärtsfahrt nach Schrems auf dem Fahrplan. Um dem Anreisestress mit gut zwei Stunden Fahrt in der Früh zu entgehen (Rene seine Motivation) und um ein leiwandes Waldviertelwochenende daraus zu machen (Restmeinung), machten sich Teile der Mannschaft schon Samstagvormittag auf in den hohen Norden.

Samstag. Per Handy informierten Thomas und Rene, welche als erster im Teamquartier am Herrensee von und zu Litschau eintrafen, die restlichen Anreiser, das Didis Family-Apartment ein kostenloses Upgrade erhalten hat: „…das andere ist irgendwie explodiert oder so, hab ich nicht ganz verstanden“. Thomas hatte offenbar Probleme bei der Durchdringung der Nordwaldviertler Sprachbarriere. Auch, das das Feriendorf, als Theater-Feriendorf angepriesen wurde, machte einige erst stutzig: „Müssen ma da was aufführen?“ „Kan Tau, owa wenn spü ma halt was vom Rembrandt…“ Die Zimmer wurden bezogen. Didi, samt Familie, eben im Upgrade Haus Nummer 3 und Clemens, Lionel, Thomas, Rene, Klaus (stieß dann zum Abendessen dazu) und Lawnmowers-Reisebeauftragte Nathalie (muss noch den Mitgliedsbeitrag überweisen!) im Haus Nummer 10. Die Apartments waren rustikal und gemütlich eingerichtet, doch lange hielt es die Mowers eh nicht drinnen. Der einzige richtige Sommertag des Waldviertels musste genutzt werden. Die Außentemperatur, man mag es nicht glauben, von 30° lockte die Spieler ins angrenzende Strandbad. Die Handtücher wurden aufgeschlagen und das Spikeballnetz gespannt und dem Badetag stand nichts mehr im Weg.

Keine Zeit wurde verschwendet, schließlich hatte man so viel Sport Zeug mit, das musste alles mind. einmal verwendet werden, so die Zielvorgabe. Es folgte ein morderner Elfkampf. Erst forderten die wochenlang ungeschlagenen LM-Spikeballgötter Lionel und Thomas die anderen am Basket (Bewerb I). Die waren jedoch überhaupt nicht in Form, mit Ausnahme der sensationellen Blocks und einem perfekten eingesprungenen Goethe, wollte nichts funktionieren und auch der Infield Fly wurde zu ihren Nachteil nicht gecallt. Nach den schweißtreibenden Duellen, lockte das moorige Nass. 21° Wassertemperatur, die sich eher nach 15° anfühlten, da brauchte es Überwindung. Beim Schwimmen (Bewerb II) machte Thomas erstmals Bekanntschaft mit einem fetten Litschauer Schlosskarpfen: „Mich hat was berührt!“, so suchten die Mowers Schutz auf der Schwimminsel. Lionel und Clemens versuchten sich im Stand-Up-Paddling (Bewerb III), wobei Zweiterer beim Aufsteigen gleich mal einen eingesprungenen Goethe hinlegte. Außerdem wurde versucht stehend am Stand-Up-Paddel-Brett mit dem Ruder einen von der Insel geworfenen Ball mit einem sauberen Line Drive zurück zu schlagen, ohne dabei ins Wasser zu fallen (Bewerb IV). Nach dem sich alle wieder ins Wasser schmissen, bzw. geschmissen wurden (Turmspringen: Bewerb IV) kraulten man durch das Eiswasser zurück an Land: „Den letzten frisst der Schlosskarpfen!“ Kurze Stärkung bei der Kantine. Als Kantinen-Betreiber hier zu Lande muss man sich anscheinend entschuldigen, um einer Enthauptung zu entgehen, wenn im Schremser Hoheitsgebiet, der königliche Gerstensaft ausgegangen ist und man die exportierte Ware verkaufen muss. „Ein Bier bitte!“ „Tut ma wirklich voll leid, aber ich hab nur noch Zwettler.“ Scheint im Waldviertel eine Frage der Religion zu sein.

Nach der Mittagspause wurde der Elfkampf am Beachvolleyballplatz fortgesetzt (Bewerb V). Die beiden Mannschaften lieferten sich im Centercourt einen harten Fight. Nach einiger Zeit entwickelte sich ein wirklich sehenswertes Spiel, mit Klasse Aufschlägen, wuchtigen Smashes, eingesprungenen Goethes und kurzen Bierpausen. Das Team von Clemens und Rene, verstärkt durch Melly (Profispielerin aus Kagran) und Nathalie (ausgebildet im Freibad Absdorf) setzte sich 2-1 in Sätzen gegen Didi, Lionel, Thomas und den Magistratsnachwuchs durch. Nach einer weiteren Abkühlen beim Schlosskarpfen wurde es auf der Wiese wieder ernst. Beachball, Bodger, Badminton, Frisbee und Frisbee, welche blöderweise nicht schwimmen konnte, aus dem trüben Herrensee wieder auftauchen, wenn sie reingeflogen war (Bewerbe VI-X). Noch 45 Minuten bis zum Abendessen. Schnell noch eine Runde Tischtennis (Bewerb XI), wo Rene seine angeschnittenen Bälle perfektionierte, welche man nur mit viel Mühe und einem eingesprungenen Goethe retournieren konnte.

Beim Theater Dorfwirt niedergelassen, studierte Lionel das Programmheft, um herauszufinden, wann und ob denn nun die Theatergruppe der Lawnmowers auftreten müsste. Die anderen wendeten sich der Speisekarte zu, was durch die Dämmerung zu einigen seltsamen Lesefehlern kam, wie den F*** dich Burger, mit F*** dich Salat oder F*** dich Salat Vegan. Klaus, Thomas und Lionel beschlossen geeint sich beim Litschauer Schlosskarpfen zu rächen. Rene wagte sich nach dem Burger-Gurkerl-Skandal von der Weihnachtsfeier 2015 – „Geh, Oasch!“ – an den Cheeseburger. Nach dem Essen wurden die Spielkarten ausgepackt und ein Lawnmowers-Spieleklassiker vom Trainingslager 2019 aufgetaut und in FSK 10 Form auf „Hocuspocus“ umgetauft. Rene hatte dabei eine regelrechte, aber Regel gerechte Pechsträhne und war Spiel um Spiel der „Hocuspocusclown“, was dem Grant im Meidlinger steigen ließ und die Karten beim Austeilen Runde für Runde an Geschwindigkeit zunehmen ließ. Wer im Keller des Wirtshauses die Toilette aufsuchte, konnte dort übrigens das Herren-WC, benannt nach dem See, besichtigen. Nach einer Runde Benzinschnaps folgte die Sperrstunde. Man setzte das Spiel im Apartment noch einige Runden fort. Ehe Rene beim austeilen noch ein Fenster zerschießen würde und auch weil am nächsten Tag zwei Matches anstanden, zogen sich die Spieler dann schließlich gegen 0:30 in die Zimmer zurück.

Sonntag. Didi nutzte die kühle Temperatur für eine Morgenlaufeinheit á la Dario. Ab 7:00 lockte das ausgiebige Frühstücksbuffet in der warmen, gemütlichen Gaststube. Die erst an diesen Sonntag anreisenden Lawnmowers erkundigten sich gespannt über Wozepp bei der Theaterfraktion nach der Waldviertler Wetterlage. Regen, Nass, Kalt – also typisches Waldviertelwetter. Peter Gs Kommentar: „Ich habe mein Pullover wegen dir. Jetzt lese ich, dass es fast 20 Grad tropische Heizung in Schrems wird.“ Nach dem Klaus die gesamten Eierspeisvorräte der nächsten Tage aufgefuttert hatte, war man gestärkt für die anstehenden Partien am Schremser Beersfield…

Zum Spielbericht: https://lawnmowers.at/2021/08/14/gnackwatschn-in-schrems/

Gnackwatschn in Schrems

VIENNA LAWNMOWERS vs. SCHREMSER BEERSFIELD

Starting Line Up: #22 Hlawaty 3B, #1 Mace LF, #52 Bertleff CF, #11 Bittmann 2B (>SS), #69 Ackerl SS (> #17 Zednik 2B), #15 Szeywerth C, #7 Schroll 1B, #45 Rudl DH (> #56 Griffths), #67 Chrastka RF (> #8 Terkl) – #24 Bammer P

Obwohl die Lawnmowers das Hinspiel gewinnen konnten, waren die Beers, welche bislang nur zwei Spiele verloren hatten, auf ihrem Heimfeld zu favorisieren. Das bestätigte sich leider schon im ersten Inning, in dem die Gastgeber 8 Runs erzielen konnten. Offensiv waren die Mowers in dieser Partie leider ein Totalausfall. Defensiv stand man gut und ließ auch kaum Fehler zu. Moritz Bammer pitchte gewohnt, aber die Beers konnten mit guten Schlägen zu viele Hits und drei Homeruns fabrizieren und waren somit das weit aus bessere Team. Der Ehrenrun der Mowers war eine Nachbarschaftsaktion: Didi Ackerl scorte auf einen Hit von Dan Rudl. Das waren auch schon die Highlights auf Seiten der Wiener. Der eingewechselte Peter Griffiths zeigte beim Sprint Richtung 1st Base unfreiwillig einen eingesprungenen Goethe und nach 1h45min und 4 Innings war auch schon wieder Schluss. Mercyrule. Endstand 1-15.

VIENNA LAWNMOWERS vs. DANUBE TITANS

Starting Line Up: #22 Hlawaty P (> 3B), #1 Mace LF, #11 Bittmann 3B (> P), #69 Ackerl SS, #15 Szeywerth C, #67 Chrastka CF (> RF), #17 Zednik 2B (> #7 Schroll 1B), #45 Rudl 1B (> 2B), #56 Griffiths RF (> #52 Bertleff CF)

Die untypische lange Pause zwischen den Spielen wollten die Lawnmowers nutzen um mit der herben Niederlage gegen die Beers abzuschließen und sich voll auf das Match gegen die Titans zu fokussieren. Auch konnte sich Catcher Rene Szeywerth regenerieren und auch im zweiten Spiel hinter der Plate Hock nehmen. So kam es nicht zum geplanten Debüt von Lionel Mace, welcher auf Starting Pitcher Clemens Hlawaty catchen sollte. Ex-Coach Hadmar Lang stoßt beim Lesen vermutlich grad der Kakao von der Erstkommunion sauer auf: „Lionel und Clemens werfen nicht miteinander!“ Die Gegner aus Klosterneuburg waren nicht zu unterschätzen, spielten sie bislang eine ausgeglichene Saison. Die Lawnmowers brauchten also eine starke Leistung um im Kampf um den Final Four Einzug nicht an Boden zu verlieren. Zu Beginn der Partie funktionierte das aber erneut nicht. 3 Runs Rückstand nach zwei Innings und bis dato am Schlag nichts weltbewegendes dabei. Dann endlich der Weckruf in Form von Lionel Mace mit einem Line Drive über den Right Field Zaun: 2-Run-Homerun. Micheal Bittmann ließ sich nicht bitten und legte gleich am nächsten Pitch ebenfalls mit einem Homerun über den Right Field Zaun nach. Ekstase im Dugout und endlich kamen die Wiener gegen geschockte Klosterneuburger in Fahrt. Als Bittmann beim nächsten At Bat noch einen Homerun nachlegte, konnten die Lawnmowers 9-6 in Führung gehen. Im Inning darauf füllten sich die Bases dann wieder für Lionel Mace, der bei zwei Balls und einem Strike vielversprechend durchzog. Ein Schlägerbruch (hat noch jemand erst Schädelbruch gelesen 😛 ) war es, der dann aber die mögliche Sensation verhinderte. Die Strategie für die letzten zwei Innings stand fest: Runs, Runs, Runs. Hadmar Lang kann sich jetzt wieder den oben genannten Kakao zum genüsslich Schlürfen bereitstellen: Ackerl am Schlag, Bittmann auf 1st Base und Mace auf 3rd Base. Alle drei blicken in Erwartung eines Stealing Signes zu Basecoach Klaus Zednik. Die grinste kurz hinterfotzig, sagte selbstbewusst: „Jetzt mach ma was…“ und gab das Zeichen zum Squeeze Play. Ein Bilderbuchbunt von Routinier Didi Ackerl und die stehlenden Runner brachten die Titans komplett aus dem Konzept, sodass sogar Bittmann die drei Bases zum Run erlaufen konnte. Alls funktionierte. Es schien entschieden. 9 Runs Vorsprung. Eine Defense noch, dann ist der Split unser. Über das nun folgende zu schreiben, fällt zu schwer. Darum lieber zu etwas fröhlicheren: Ein kleiner Habichtskauz, der im März in Schönbrunn geschlüpft ist, konnte nun gesund und bereit fürs Leben in freier Wildbahn nach Niederösterreich aus gewildert werden. „Seit 2009 wildern wir den Nachwuchs aus Zoos und Vogelstationen aus und erhalten so diese gefährdete Eulenart in den heimischen Wäldern“, so Richard Zink von der Österreichischen Vogelwarte. Endstand 15-16 🙁 .

Erstmals diese Saison mussten die Mowers an einen Spieltag zwei Niederlagen einstecken. Die Woche darauf steht in der Freudenau der letzte Spieltag des Grunddurchgangs an. Der Kampf um das Final Four ist noch nicht verloren, aber schwerer geworden. Ein Top-Leistung der Mannschaft ist gefragt, um um den Meistertitel noch ein Wörtchen mitreden zu wollen.

Nicht nur schön, auch muskulös! – Split in Tulln

Zwei Wochen nach dem letzten Auftritt der Mowers verschlug es die Wiener dieses Wochenende wieder ins Aubad in Tulln. Gegner waren erneut die Blue Bats aus Schwechat sowie die Roten Teufel aus Weitra. Im Vergleich zum letzten Spieltag kämpften die Wiener jedoch seit langem mal wieder mit Kaderproblemen. Urlaube und kurzfristige Ausfälle von Dario (Verletzung) sowie Marco (Arbeit) führten zu dieser Situation und so fanden sich schlussendlich nur 10 Mowers im Dugout wieder. Dafür konnte Coach Alex S. wieder auf den Langzeiturlauber und Stütze Didi zurückgreifen.

Im ersten Match des Tages trafen die Lawnmowers auf die Blue Bats. Diese waren im Vergleich zum letzten Duell deutlich besser aufgestellt und so entwickelte sich von Anfang an ein Duell auf Augenhöhe. Die Schwechater legten vor, die Mowers versuchten nachzulegen. Und dies gelang auch bis zum letzten Inning einigermaßen. Zwar konnten die Blue Bats stets ihre Führung behaupten, die Wiener blieben jedoch immer in Schlagdistanz. Und da die Wiener die Chance hatten am Ende „nachzuschlagen“, bestand stets die Hoffnung auf ein Happy End. Fehlende Durchschlagskraft seitens der Mowers-Offensive, sowie teils inkonsequentes Baserunning führten jedoch dazu, dass oft Runner auf den Bases verhungerten oder out gingen. Im letzten Inning ging den Mowers samt Pitcher Bammer langsam die Kraft aus und die Hoffnung auf einen Sieg schwand zusehends. Im Gegensatz dazu konnten die Blue Bats noch zulegen und so musste man sich schlussendlich, gegen einen am heutigen Tag fehlerfrei spielenden Gegner, doch deutlich mit 10:4 geschlagen geben. Das die Wiener in Person von BertlF nicht nur vermutlich den schönsten, sondern auch muskulösesten Spieler der Landesliga in ihren Reihen haben, bestätigte ein Outfielder der Blue Bats. Denn als der ‚Schöne Bertl‘ zum ersten Mal an die Homeplate trat, war aus dem Outfield nur zu hören: „Uh, geht’s lieber weiter zurück, der schaut sehr muskulös aus!“. Und so geschah es, dass der ‚Schöne Bertl‘ wohl in Zukunft ein weiteres Adjektiv vor seinem Namen tragen wird.

Im zweiten Match traf man auf die Red Devils aus Weitra. Ein Sieg war Pflicht, wollte man in dieser Saison nicht zum ersten Mal beide Duelle eines Spieltages verlieren. Und so starteten die teils muskulösen Mowers motiviert gegen ihren „Lieblingsgegner“. Gestärkt von Burgern und Käsekrainern schlugen die Wiener einen Hit nach dem anderen. Durch die verbesserte Offensive und deutlich aktiveres Baserunning konnten sich die Mowers schnell eine klare Führung erarbeiten. Besonders erfreulich waren die Hits durch Dauertrainierer Peter G., der einige Pitches retour ins Outfield hinausbeförderte. Auch die Defensive zeigte zu Beginn ihre gewohnte Stärke. Starkes Pitching und solide Outs (auch mehrere Fly Outs durch Catcher Luca) führten zu einem zwischenzeitlichen Spielstand von 20:4. Der Käse(krainer) schien wie bereits erwähnt gegessen zu sein, doch dann riss wie im ersten Match bei den Lawnmowers der Faden. Unkonzentriertes Pitching mit vielen ‚Base and Balls‘ und daraus resultierende Walks, sowie ungewohnte Errors in der Defensive ließen bei den Red Devils nochmals Hoffnung aufkeimen. Schöne und scharfe Hits brachten einen Run nach dem anderen und so mussten die Mowers um ihren sichergeglaubten Mercy Rule Sieg noch zittern. Kurz bevor sich fast jeder Mowers von der Fehleranfälligkeit seiner Teamkollegen angesteckt hatte, gelang Jelly auf 3rd doch noch das erlösende Out. Endstand 21:9.

Ein verdienter, aber dennoch nachdenklich stimmender Sieg wurde bei der erneuter Burger- und Käsekrainereinfuhr noch lange nachbesprochen.Zeit genug war dafür. Denn im letzten Duell des Tages machten die Red Devils dort weiter wo sie gegen die Lawnmowers aufgehört hatten. Und so entwickelte sich zum Erstaunen Vieler ein ausgeglichenes Match, welches die Blue Bats jedoch schlussendlich doch noch für sich entscheiden konnten.