Jahr: 2020

Off Season Report: Was ist ein Multiserver?

Ein Off Season Report im Juli, etwas, was an abstoßender Perversität ja wohl kaum noch zu überbieten ist. Unter positiverer Betrachtungsweise kann man es auch so sehen: Es ist der letzte Off Season Report der situationsbedingten, nahe zu endlosen Off Season! Lange hat es schlecht ausgesehen, gar von Saisonabbruch noch vor dem Beginn war die Rede und nun stehen wir voller Vorfreude hier und können den Samstag kaum noch abwarten. Dieser Samstag, der 4.Juli, an dem die Landesliga Ost starten darf.

Ausblick Saison

Dadurch das nur noch drei Monate für die Saison zu Verfügung stehen, wird der Spielmodus der Ligen etwas abgeändert. In der Landesliga Ost, in der ja die Lawnmowers vertreten sind, wurde schlicht die Rückspielserie gestrichen, soll heißen: Jede Mannschaft trifft nur einmal auf jede andere Mannschaft. Die Austragung in Dreiertunieren bleibt bestehen. Auch das abschließende Playoff, welches dieses Jahr erstmals im neuen Modus ausgetragen wird, wird nicht abgeändert. Am Samstag in der Freudenau kommt es beim ersten Dreiertunier der LLO zu einem reinen Wiener Tunier. Die Lawnmowers treffen in der Freudenau im ersten Spiel auf die Vienna Bucks und danach auf die Vienna Cyclones. Am 26. Juli steigt ebendort der zweite Spieltag gegen die Cubs II aus Stockerau und Freudenau Mets, die dritte Mannschaft der Homerunners. Im August stehen dann zwei Auswärtsfahrten an. Am 8. August geht es nach Traiskirchen, wo neben den Grasshoppers II die Danube Titans auf die Mowers warten. Der letzte Spieltag am 22. August führt die Mannschaft nach Alt Weitra-Unserfrau, wo die Lawnmowers erstmals seit mehreren Jahren wieder am Hell´s Gate antreten werden. Gegner sind neben den dort beheimateten Woodquarter Red Devils auch die Diving Ducks II aus Wiener Neustadt. Gerüchteweise kommt es dort zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Mowers Pitcher Thorsten Brei, der nach ein paar baseballlosen Jahren, nun für die Devils gemeldet sein soll.

Zum Spielplan: http://lawnmowers.at/calendar/current-saison/

Es ist fast schon verhext. Seit mehreren Saisonen kämpfen die Mowers mit Kaderproblemen, bekamen in den letzten Spielzeiten an manchen Tagen gerade so eine Mannschaft zusammen und nun gerät man durch eine göttliche Fügung und zum Teil einem göttlichen Banner in den Luxus eines 25-Mann-Kaders und dann kommt Corona und verkürzt die Saison. Aber man soll nicht jammern. Immerhin kann gespielt werden. Ja, 25 Spieler im Kader, das ist ein Privileg auf das nicht viele LLO-Teammanager zurückgreifen können. Egal ob Infield, Outfield oder Catcher, jede Position ist doppelt besetzt, was nicht nur Ausfälle kompensieren kann, sondern auch taktisch einige spannende Möglichkeiten offen lässt. Auch auf der Pitcherposition stehen mit Daniel Jelencsits und Moritz Bammer zwei zusätzliche, solide Werfer im Kader. Besonders erfreulich sind die im Cage gezeigten Schlagleistungen. Durch zusätzliche Schlagtrainingstermine montags und samstags hatten alle Spieler die Möglichkeit an ihren Schwung zu feilen, was in der Saison hoffentlich fruchtet. Besonders die Neuzugänge Wolfgang Köhler und Peter Griffiths haben sich seit dem Re-Start am Schlag extrem verbessert und mit harten Schlägen auf sich aufmerksam gemacht.

Zur Mannschaft: http://lawnmowers.at/team/lawnmowers/

Rückblick Mannschaftsgrillen

Am Sonntag stand zur Einstimmung auf die neue Saison ein großes Lawnmowers-Mannschaftsgrillen auf dem Programm. Sämtliche Spieler inkl. Anhänge pilgerten dazu in das idyllische, niederösterreichische Dörfchen Reisenberg um am dortigen Badesee das Mannschaftsgefüge zu stärken, wie man es teambildlich, seminaristisch korrekt sagen würde, bzw. einfach einen leiwanden Nachmittag bei strahlenden Sonnenschein und heißer Glut zu verbringen. Bowle, Radler und Bier durften natürlich auch nicht fehlen, Badehose an und platsch. Das anfängliche Geplantsche im kühlen Nass wurde schnell zu gewöhnlich und so wurden aus einer Schwimmnudel, einer Luftmatratze und einen weiteren aufblasbaren Etwas drei Bases. Der Plastik-Kinderbaseballschläger wurde aus dem Schuppen ausgegraben und der Sport „Wasserbaseball“ war geboren. Geschlagen wurde vom Steg aus und durch einen gezielten Köpfler hatte man beim erreichen der ersten Base keine Probleme, außer die Base ist abgetrieben oder man kann keinen Köpfler… Das erste Match der Geschichte bestritten die Lawnmowers gegen sich selbst.

Line Up Team 1: Michael, Clemens, Peter P., Lionel, Kilian

Line Up Team 2: Thomas, Michel, Dario, Luca, Wolfgang, Peter G.

Trotz nummerischer Überlegenheit von Team 2, obwohl diese ununterbrochen suderten, das sie weniger Leute sind, konnte sich Team 1 nach drei Innings und geschätzt fünf Minuten, bevor sämtliche Anwohner die Polizei wegen anhaltender Lärmbelästigung alarmieren wollten, sprich Zeitbegrenzung, den Sieg holen. Zu den Highlights gehörten einige weite Hits von Wolfgang und Luca, aggresive Baseswimming von Lionel und Clemens und drei (absichtlichen?) Strike Outs in Folge von Peter P., der wohl einfach nicht nass werden wollte.

Anschließend wurde das Feuer am Griller entfacht. Kein Tusch ohne Husch. Die giftigen Dämpfe hatten sogleich eine Gewitterfront heraufbeschworen, die allerdings nur rund herum wütete und die Lawnmowers-Grillfeier verschonte. Die Glut war heiß, der Hunger groß. Alle die hier jetzt schon seensüchtig (haha, See, lustig…) auf ein blödes Wortspiel mit „Käsekrajnovic“ warten, werden jetzt leider enttäuscht, denn Dario ist Vegetarier. Die bertl´schen, selbstmarinierten Ripperln bruzzelten zwischen etepetete Garnelenspießen, knackigen Würsteln, saftigen Kotlettes und reichlich Chivapchichi. Dazwischen explodierten in regelmäßigen Abständen die kroatischen Paradeiser-Käse-Kräuter-Bomben. Es war mir ein Grillfest. Kein Husch ohne Tusch.

Mit vollen Mägen wurde dann der beim XXXLutz im Abverkauf frisch erworbene Spikeballpocket aufgebaut und entjungfert. Ein Ballsport für engen Raum in dem Zwei gegen Zwei versuchen den Gegnern den Ball via Netz unerreichbar zum Rückspiel zu schlagen und so hin und her und so weiter. Wirkte im vorhinein wie ein typischer Hipstersport, den eingerauchte Langzeitstudenten im Votivpark vollziehen. Allerdings ist das Regelwerk doch etwas, naja nein, sehr viel komplexer als man am ersten Blick, oder auch am vierten und fünften Blick glauben mag. Egal, in Teams forderten und battelten sich die vollgefressenen Baseballer nun um, phu, naja, um nichts, aber wegen Ehre:

  • ÜbermoTeamviert (Michel, Clemens)
  • Die, mit dem Regelwerk auf ihrer Seite (Luca, Kilian)
  • Ü30 Party (Peter P., Thomas)
  • Die D-Schein Partie (Wolfgang, Lionel)
  • Team Vollbart (Marco, Dario)
  • Ich-will-auch-noch-spielen (Michael, mit wem Zweiten)

Alles in allem war es ein erfreulicher Nachmittag. Auch das zahlreiche Erscheinen ist lobenswert zu erwähnen. Der Vollständigkeitshalber ein wortwörtlicher Nachruf: Die Nathalie wollte noch Fragen ob jemand einen Kaffee will?

Das war er also, der letzte von so vielen Off Season Reports der Off Season 2019/2020. Alles Ausgaben findest du im Archiv hier auf der Homepage. Ab sofort übernehmen hier wieder die Spielberichte die Überhand. Wir bedanken uns bei den zwei bis drei treuen Lesern und melden uns mit einer druckfrischen Ausgabe im Herbst wieder. Servas, Baba.

Aber was ist denn jetzt eigentlich ein Multiserver? Ganz einfach: Frag die nächstbeste Frau die du gerade siehst, sie weiß es bestimmt…

Off Season Report – So war‘s, und nicht anders!

Was ist Baseball? Mit dieser Frage fing alles an. Nicht das Universum, oder die Menschheit, zugegebenermaßen, aber zumindest die Lawnmowers. Die es da ja noch nicht gab. Aber wohl gab es den geschätzten Verfasser dieser Zeilen, der war 16 oder 17 Jahre alt damals, und wollte die o.g. Frage eben gern beantwortet haben. Und da das Googeln damals vor so fast 30 Jahren noch keine gängige Kulturtechnik war, naja, ging er einfach her und begann mit dem Sport. Bei den Vienna Indians, seinerzeit, die mittlerweile lange ausgestorben sind (wen es interessiert, das war eine Spielgemeinschaft der 2. Mannschaften von Bucks und Homerunners).

Zumindest die eingangs gestellte Frage war damit beantwortet, und gleichzeitig die Begeisterung entfacht. Im o.g. Verfasser zumindest. Und so wie er nun mal war, nervte er sein gesamtes Umfeld mit besagter Begeisterung (heute ist er ja ganz anders). In der Schule wurde in Turnen auf einmal Baseball gespielt. Im Englisch-Unterricht auch, unterm Tisch, mit Schläger-Schlüsselanhänger und Stanniolkugerl (ui, da gab es dann Ärger). Und sonst auch überall.

Und so kam es, dass immer mehr Freunde sich mit Baseballhandschuhen ausstatteten, und sich mit immer mehr Regelmäßigkeit trafen, um diese zu benutzen. Zu Beginn auf einer Wiese im Wohnpark Alterlaa, im Schatten des heute noch majestätisch dort thronenden Baujuwels der 70er.Da war genug Platz für Baseball, zumindest für Dilettanten, die noch nicht so weit schlagen können. Bis der Hadmar einmal beim Versuch einen weiten Flyball zu fangen ins Rinnsal am Ende der Wiese gefallen ist. Dann war klar, dass es offenbar mehr Platz braucht, und die junge Truppe übersiedelte auf eine größere Wiese. Wobei Wiese ein starker Euphemismus ist, Retentionsbecken traf es eher. Irgendwo zwischen dem beschaulichen Inzersdorf und dem hochragenden Alterlaa, wo die wilde Liesing auf die auslaufende Gutheil-Schoder-Gasse trifft. Dort war genug Platz, sogar für die mittlerweile bessere Schlagleistung, und viel Baseball wurde dort gespielt. Auch wenn man das Gras (noch so ein Euphemismus) hie und da mit selbst mitgebrachten Rasenmähern stutzen musste.

Naja, und schließlich reifte in uns der Gedanke, wenn man schon gemeinsam Baseball spielt, könnte man auch einen eigenen Verein gründen. Viel Vorfreude, viel Begeisterung, und viel Diskussion – wie sollte der Verein denn heißen? Eine erste Generalversammlung (gut, keine offizielle, gab es den Verein doch noch nicht, aber zumindest eine generelle Versammlung) wurde organisiert, und dort gab es dann deutlich mehr Namensvorschläge als Anwesende. Klassische Baseball-Teamnamen waren kaum dabei, oder zumindest weiß das keiner mehr, denn das wär uns zu spießig gewesen. Lustige (und halblustige) Namen gab’s umso mehr. In die engere Auswahl kamen „Pan Galactic Master Heros“ (wurde aufgrund der Bescheidenheit der Teilnehmer nicht gewählt) sowie „Wiener Lebenkuchenherzen mit gemischter Füllung“ (wurde nicht gewählt, da es lediglich die Bezeichnung einer zur Versammlung kredenzten Süßspeise war, die kurz davor im Supermarkt besorgt worden war). Gewählt wurde schließlich „Lawnmowers“, wie wohl bekannt ist. Quasi als Kompromiss zwischen Sich-selbst-nicht-ganz-ernst-nehmen und Kurz-genug-dass-man-es-auf-ein-Leiberl-drucken-kann. Außerdem ließen sich Dodgers-Kapperln (bekannt für den Aufdruck „LA“) gleich mal verwenden.

Ja, und damit war’s vorbei mit der Mitgliedschaft bei den Indians, und der Verfasser dieser Zeilen wurde zu einem Proponenten, der mit frisch gedruckten Statuten auf die Vereinspolizei pilgerte. Die Lawnmowers waren geboren! Keine Master Heros, keine Lebkuchenherzen, sondern eben die Rasenmäher, die im Retentionsbecken den Rasen mähen. Passte auch irgendwie. An diese ehrwürdige Zeit erinnert heute noch der Rasenmäher, der Trikots, Helme, Westen etc. ziert und damals nach gar nicht so vielen Versuchen am Zeichentisch (war wohl eher ein Küchentisch) des verehrten Verfasser entstand, der dann auch kein Proponent mehr, sondern bereits ein Präsident war.

Nun gut, Namen und Logo  sind was Feines, aber ein Verein will auch Gegner, die er panieren kann. Oder so. Aufgrund der genealogischen Wurzeln des nunmehrigen Präsidenten fiel die Wahl auf Rannersdorf, wo nahe dem großelterlichen Haus der Baseballplatz lag (schon wieder ein Euphemismus, zumindest für das was damals dort war)– jener der Blue Bats. Schnell war ein Kontakt geknüpft, schnell war ein Termin gefunden, und die Lawnmowers bestritten ihr erstes Spiel. Gewonnen haben sie es nicht, aber super war’s! So super, dass im Jahr drauf die Teilnahme an der Landesliga bestritten wurde… und damit waren die Lawnmowers tatsächlich mehr als nur ein Verein am Papier mit lustigem Namen und Logo, sondern ein regelrechtes Team, das am Spielbetrieb des österreichischen Baseball- und Softballverbands teilnahm.

Ja, so hatte es sich zugetragen, seinerzeit. Schriftliche  Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind rar, aber das untrügliche Gedächtnis des Verfassers war offensichtlich in der Lage, eine zumindest semiakkurate Ur- und Frühgeschichte der Lawnmowers zu rekonstruieren und nachzuerzählen. Andere überlebende Zeitzeugen mögen das eine oder andere Detail anders im Kopf haben, was dann aber sicher auf deren Senilität zurückzuführen ist. So war‘s und nicht anders!

Off Season Report: Endlose Off Season?

Dunkle Wolken ziehen auf über dem Land wo die Schoschonen schön wohnen. Und auch über dem Ligabetrieb, nicht nur in der Landesliga Ost und ganz Baseball Österreich, sondern auch in fast allen anderen Sportarten. Wie realistisch eine geregelte Saison scheint, da will und kann man eigentlich keine Prognose abgeben. Die Optimisten wollen sich nicht damit beschäftigen um dem Thema aus dem Weg zu gehen. Die Pesimisten sagen sowieso, das wir uns eh schon in der Vorbereitung für die Saison 2021 befinden.
Immerhin beginnt mit Mittwoch 20.5.2020 wieder das reguläre Training der Lawnmowers. Allerdings unter Beschränkungen und Vorgaben. Die Trainingsgruppen dürfen maximal aus 10 Personen bestehen, was bis zum Winter kein Problem gewesen wäre, so viele waren wir nie. Jetzt, mit den zahlreichen Neuzugängen, sieht die Situation ganz anders aus. (Ok, das kommt jetzt so negativ rüber. Natürlich freuen wir uns über unsere Neuen, das steht außer Frage!) So wird nun in zwei Trainingsgruppen trainiert, die sich während des Trainings nicht vermischen dürfen. Auch das Dugout bietet auf Grund des im Sport einzuhaltenden Sicherheitsabstandes von 2m zu wenig Platz, somit muss eine Gruppe wohl auf die Wiese oder (falls frei) ins andere Dugout ausweichen, um nur einige Vorgaben zu erläutern. Man wird sehen, wie das alles in der Realität ablaufen wird und darf gespannt sein.
Eines steht jedoch fest: Der Off Season Report geht weiter. Mangels Spielberichten oder der gleichen. Es muss irgendetwas weitergehen, zu mindest auf der Homepage, auch wenn uns mittlerweile die Themen fehlen. Wie lange diese Off Season dann endgütlig dauert, das kann niemand ernsthaft abschätzen…

April Update

Landesliga Ost

Die April Spieltermine der Landesliga Ost 2020 wurden Mitte letzte Woche abgesagt. Die Lawnmowers würden bekanntlich erst mit 10.5. in die Saison einsteigen. Ob dieser Termin hält, ist zurzeit noch nicht abzusehen bzw. auch eher unwahrscheinlich. Außerdem kann und wird es vermutlich zu Spielplanänderungen kommen. Überlegungen die Liga verkürzt bzw. ohne Play Offs zu spielen oder Beides stehen zurzeit im Raum und werden von den Liga- und Mannschaftsverantwortlichen in den nächsten Wochen geklärt werden.

Trainingslager und Mannschaftstraining

Das für Ende April geplante Trainingslager musste auf Grund der derzeitigen Situation abgesagt werden. Wann das regelmäßige Training in der Freudenau starten kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Es wird aber auf jedenfall einige Trainingstermine vor dem ersten Ligaspiel geben.

Kaderupdate

Mitte März stellte sich ein weiterer Neuzugang bei der Mannschaft vor. Sobald nach Corona alle Formalitäten abgeschlossen sind, ist der 23.Kaderplatz, nach dem Karriere Ende von Alexander Hackl, wieder besetzt. Das ist der Neue:

MARCO STEIN

  • Nationalität: Österreich
  • Bisherige Erfahrungen: Zuschauer bei den Ducks. Davor Fußball und Tennisvereine.
  • Wunschposition: Wo ich gebraucht werde.
  • Zu den Lawnmowers weil… …Empfehlung vom ABF und weil das erste Training großen Spaß gemacht hat.
  • Erster Eindruck: leiwandes Team
  • Ziele für 2020: viel lernen, hoffentlich ein paar gute Innings

Gesund und geduldig bleiben!

Off Season Report – Trainingslager Hysterie

Seit 31.3.20 steht es also fest, das Trainingslager der Mowers in Wels im April fällt – wie so vieles zurzeit – dem Coronavirus zum Opfer. Lawnmowers und Trainingslager, das ist so eine Sache. Aus den Gründerjahren heraus fand um das Osterwochenende herum ein mehrtätiges Trainingslager statt. Eine Tradition, ja gar eine Hysterie, nur auf einmal verschwand diese Tradition. In den darauffolgenden Jahren war das Osterwochenende mehrmals Schauplatz der Wiener Liga bzw. der Wiener Meisterschaften, an denen die Lawnmowers seit nun knapp 9 Jahren schon nicht mehr beiwohnen. Das Osterwochenende gehört seit dem den Familien. Aber reißen wir das Tatranky von Anfang an auf bzw. holen wir uns noch schnell eine Käsekrainer vom Automaten, je nach dem zu welcher Generation ihr gehört 😛

Mlade Buky – frei bzw. falsch übersetzt: Der Anfang

Mlade Buky. Über Mlade Buky muss man glaube ich nicht mehr viele Worte verlieren. Zeitzeugen erinnern sich verstört zurück und eifrige Leser diverser Off Season Reports sollte dieser legendäre Ort des Baseballs mittlerweile ein Begriff sein. 1998 verschlug es unseren damals noch so jungen Verein erstmals ins Riesengebirge, an die tschechisch-polnische Grenze oder wie aus manchen Reisetagebüchern herauszulesen ist: Das Walhalla jedes (tschechischen) Baseballspielers, der Ort an dem die Luftschutzsirene vor Flugbällen warnt. Unter frantistischer Leitung wurden die jungen Mowers wie Rohdiamanten bearbeitet, geflext bzw. gelfleckst, geschliffen, geh schiffen (hä?), poliert und bebiert (= Verb, bed.: mit Bier befüllt) und nicht zuletzt, von bissigen Kettenhunden bis in den Traum verfolgt. Ein voller Erfolg, darum ist es auch keine Überraschung, das Omas Ford Taunus auch in den drei darauffolgenden Jahren die Fahrt nach Tschechien nicht erspart blieb. Nach 2001 war dann ausgezongt mit Mlade Buky. Der Pächter Wechsel des Horsky Hotels, der – nach vier Jahren kann man das so sagen – Osterresidenz der Lawnmowers, war da aber mit unter nur einer der Gründe.

Capital City

Nach vier Jahren auserhalb jeglicher Zivilisation brauchten die Lawnmowers also einen Tapetenwechsel. Tschechien – oder wie man (nur noch in Meidling) sagt: die Tschechei oder so mancher Mower auch: die Tschecherei – blieb uns aber noch erhalten. Es ging in die Metropole, Praha stand auf dem Reiseplan. Morgenliche Läufe fanden nun nicht mehr vorbei an Bauernhöfen mit blutrünstigen Bestien statt sondern über eine Müllhalde, na ob das besser war? Trainiert wurde gleich neben dem Trainingsgelände von Spart Prag, bei „Sokol Krc“. Dieser Base-/Softballverein besitzt eine riesige, aus mehreren Base- und Softballfeldern bestehende Anlage, samt Flutlicht, Tribünen, Restaurant und Spieler- sowie Umpirekabinen (!). Ein echtes „Feld unserer feuchten Träume“. An den Abenden wurde das Prager Nachtleben mehr oder weniger unsicher gemacht, etwas abwechslungsreicher als eine Ecke im Horsky Hotel Mlade Bukys, aber teammäßig nicht optimal. So wurde bemängelt, das das Team sich in Grüppchen spaltete und wenig miteinander unternommen hat. Nach zwei Jahren waren die Gastauftritte in der tschechischen Hauptstadt dann auch wieder vorbei.

Ab in den Süden

2004 und 2005 versuchten die Verantwortlichen es mal mit einem Trainingslager in Österreich. Graz schien hierfür der perfekte Ort. Ein Fehler im ersten Jahr war, dass das Team nicht geschlossen in einer Unterkunft untergebracht war, wodurch der Teamgeist auf der A2 blieb. Auch im zweiten Jahr in der steirischen Landeshauptstadt lief nicht alles nach Plan. Auch die Beteiligung und Begeisterung erfreute sich im Verein nicht mehr der Beliebtheit. Fuhren in Prag noch 22 Spieler mit, waren es in Graz schon 10 weniger, obwohl die Lawnmowers zu dieser Zeit mit zwei Mannschaften und sämtlichen Jugendalterklassen zu den drei größten Vereinen in Wien zählte. 2006 war Anfangs noch der Plan wieder ins Ausland zu gehen. Mit den Linz Bandits und den Gramastetten Highlanders war ein gemeinsames Trainingscamp in Italien geplant, aber nur geplant und damit das vorläufige Ende der Trainingslager Hysterie bei den Vienna Lawnmowers.

Nichts, nada

Neun Jahre sind verstrichen. Die Lawnmowers haben sich in dieser Zeit verändert. Zurück zum Ursprung. Die Expansion ist implodiert, die Jugendarbeit längst aufgegen. Nur noch ein Landesligateam. Aber dafür ein Erfolgreiches mit einem sehr starken Spirit. Coach Hadmar Lang stellte Anfang 2014 die Weichen für den Sieg im Grunddurchgang, was davor 2012 schon und dann auch 2016 geLang. Dieses Jahr, eben 2014, veranstaltete er ein, naja Mini-Trainingslager. Zwei Tage in Stockerau. Genau strukturiert und durchgeplant. Es machte den Spielern sichtlich Spaß, denn außer ein paar Wenigen war der Kader von damals noch nie mehrere Tage am Stück beisammen. Verletze gab es keine, also zumindest bei den Spielern. Der Coach duellierte sich in der Mittagspause mit der Pitchingmaschine und musste anschließend ins Krankenhaus nach Korneuburg, aber alles halb so wild.

Wels 2019

Fünf Jahre später übernahm Lionel Mace, der ab 2015 schon mehrere Teamevents veranstaltet hatte, die Verantwortung und brachte über den Winter ein Trainingslagervorhaben ins Spiel. Es wurde akribisch ausgearbeitet, nichts dem Zufall überlassen. Anfang April ging es für 14 Männer drei Tage nach Oberösterreich, in die Messe- und Baseballstadt Wels und das erstmals in der Vereinsgeschichte per Reisebus. Ein voller Erfolg. Hotel, Training, Match, Stimmung, Volksfest, Go Card, Mama Lauda, für alles war gesorgt. Kalter Angstschweiß am Morgen, diese Tradition aus Mlade Buky blieb auch hier erhalten. Nur halt nicht beim Lauf zum Platz, – vorbei am eh scho Wiss´n – sondern beim Frühstück, wenn man sich die letzte Scheibe Speck vom Buffet geangelt hatte, direkt neben einer gewaltigen Erscheinung von einem Mädel in Form einer Mixed Martial Arts Juniorennationalteamkämpferin mit leeren Magen, die Diese eigentlich gerne gemampft hätte. Männer sind furchtbar stark, aber sie wäre stärker. Es war dies übrigens das zehnte und bis dato auch letzte Trainingslager der Mowers, denn auch für 2020 war zwar Wels wieder als Austragungsort geplant. Die Teilnehmer waren auch bereits angemeldet, Zimmer und Feld standen quasi schon bereit, ja…nur dann kam Corona….

Trainingslager der Lawnmowers

Off Season Report – Ballpark Odyssee

In Wien gibt es zwei ABL-Teams, die Vienna Wanderers und die Vienna Metrostars, mit Farmteams, Softballmannschaften und Nachwuchsmannschaften in allen Altersklassen, mit den Piratas del Caribe ein Bundesliga Team und dann die drei Landesliga Teams: Die Vienna Bucks, die Vienna Cyclones und nicht zuletzt uns, die Vienna Lawnmowers. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Slow Pitch Softballmannschaften. Die Baseballszene der Hauptstadt ist mittlerweile gut integriert, hat aber ein ernsthaftes Platzproblem, denn für all diese Mannschaften bleiben nur ganz wenige Spots für Trainingszeiten und auch die Spielplangestaltung ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Das Problem: Es gibt nur zwei Baseballfelder, die Spenadlwiese und die Freudenau. Der sehnliche Wunsch eines eigenen Ballparks bleibt im Prinzip allen Mannschaften verwehrt…

Die späten 90er in Liesing

Ein eigenes Trainingsgelände, das war zu Gründungszeiten schon der Wunsch der Lawnmowers. Man Schlug die Zelte damals in Liesing auf, im sogenannten Überschwemmungsgebiet der Liesing zwischen Inzersdorf und Alterlaa. Wobei Trainingsgelände eher ein großzügiger Ausdruck zu sein scheint. Es war eine von Unkraut übersehte Wiese. Keine Schuppen für Material, nur eine Parkbank und einer kläglicher Versuch einen Mount aufzuschütten. In der Wiese hatte man es über die Monate immerhin geschafft, durch anslide Versuche zu den Bases einigermaßen ein Infield zu erahnen. Da es sich aber um eine öffentliche Wiese handelte und daraus nie ein richtiger Baseballplatz werden würde, wurde der erste „Ballpark“ der Lawnmowers schließlich aufgegeben.

Kaderschmiede Papstwiese

Die Erwachsenen wechselten auf die richtigen Baseballplätze Wiens. Das „Nachwuchsleistungszentrum“ wurde jedoch weiterhin auf einer öffentlichen Wiese aufgebaut. Auf der Papstwiese im Donaupark erlernten u.a. die späteren MVPs Clemens Hlawaty und Lionel Mace ihr Handwerk. Da man auch hier stets mit Hunden, Fußballern und sonstigen Störfaktoren den Trainingsplatz teilen musste, war dieser Zustand aber auch nur temporär. Das Hauptkriterium waren halt die Kosten, es gab keine.

Homebase Freudenau

Auf Grund der Entwicklung und der Umstände ist es nicht verwunderlich, das die Lawnmowers einen richtigen Heimplatz gar nicht haben. Der Verein gleicht in gewisserweise einen Nomadenvolk. Ein Großteil der Heimspiele wird seit Beginn in der Freudenau ausgetragen. Oftmals wurde auch Rannersdorf oder sogar Traiskirchen als Ausweichplatz gemietet, auf Grund der geringeren Kosten. Trainiert wurde viele Jahre auf der Spenadlwiese. Logistisch gesehen ein schwieriges Unterfangen, Jede Woche mussten Schläger, Helme, Bälle, Catcherausrüstung usw. zwischen den beiden Orten hin und her transportiert werden. Seit ein paar Jahren wird nun auch auf der Freudenau das Training abgehalten. Man hat sich im letzten Jahr nun etwas geleistet und einen eigenen Materialschuppen, das sogenannte Clubhaus, aufgebaut. Immerhin ein Hauch von Heimatgefühl. Ein großes ABER ist aber immer noch die hohe Platzmiete, was neben den Mowers auch die Vienna Bucks dazu getrieben hat, wenn möglich keine Heimspiele mehr auszutragen. Man hat nur Kosten und aber keine Einnahmen, wie durch eine eigene Kantine, wie es auf den Ballparks in den Bundesländern gang und gebe ist.

Der eigene Ballpark?

Das Gedankenspiel oder der Wunsch nach einen eigenen Ballpark nur für die Lawnmowers spukt natürlich immer wieder in den Köpfen herum. Vor vielen Jahren schien sich hierzu auch wirklich was zu entwickeln. Ein geplantes Sportzentrum in Eßling, den östlichsten Bezirksteil Donaustadts, bat sich als die passende Lösung an. Diese Pläne versumperten aber sang- und klanglos in irgendeiner Schreibtischlade. Es gibt zwar teilweise Platz für einen Platz. Nördlich der Donau und in östlichen Teilen Simmerings sind einige brachliegende Felder/alte Industrieflächen, die nur darauf warten einer ansehnlicheren Nutzung nachzukommen. Das Hauptproblem ist allerdings sicher die Anschaffung, wo Kosten zwischen 50.000 und 100.000€ anfallen dürften. Allein für den Ankauf. Einen Baseballplatz darauf zu zaubern würde dann nochmal sicher 25.000€ verschlingen und dieses abartige Summe an Geld ist nie und nimmer vorhanden. Zwei kleinere Probleme gibt es da auch noch. Ein kleiner Landesligaverein kann mit großen Bauwerbern nicht mithalten und selbst wenn, ist das Grundstück dann so abgelegen und so schlecht an die Stadt angebunden, das es vermutlich wenig Attraktivität hätte für viele Spieler dort – am A.d.W. – zu trainieren. Zuschauerzahlen für einen Kantinenbetrieb (dessen Aufbau erneut viel Geld kostet) wären sowieso nicht gegeben.

Feld der Träume

Jänner 2021. Präsident Michel Fleck unterschreibt den Kaufvertrag für den neuen Ballpark. Ein Investor, Dietrich Stronach oder so, der sich für kleine Vereine in Randsportarten stark macht war es, der diesen Ball gepitcht hat. Der neue Ballpark in der Bertlgasse? wird neben einer Kantine und Gardaroben mit Duschen auch über einen kleinen Besprächungsraum/Büro verfügen.

Oktober 2021. Die Rohbauarbeiten der Baufirmen für das Clubhaus der Lawnmowers ist fertig. Die Vereinsmitglieder nutzen jede freie Minute um in eherenamtlicher Hilfe dem Bau Farbe und Innenleben zu verleihen. „Ich mach oben jetzt Blau!“, ruft Andi Chrastka von der Leiter hinunter, was auch immer er damit meint. Peter Pratscher in seinen Element: „Gehört noch was betoniert?…Nein?…Beton!?…Na, geh…“, Alex Schroll kreist wärendessen mit dem Rasenmähtraktor über das künftige Outfield. Dario Krajnovic, Peter Griffiths und Rene Szeywerth stampfen cm² für cm² des Infield Unterbaus nieder: „Geh Oasch!“, während Clemens Hlawaty sich mit Petra Goldova genüsslich die Extrawurstsemmeln teilen, was Hund Eddy aus den Dornbusch und Chris Neumann aus dem Scorerhäuschen hervorlockt.

April 2022. Freitag. Abendsonne. Didi Ackerl und Dan Rudl heizen kindisch blödelnd den Griller an. Kilian Mace, Marco Prusa und Wolfgang Köhler ziehen mit Kalk in Perfektionsarbeit die Linien und das Lawnmowers-Logo auf das Feld. Michel Fleck schraubt fachmännisch die letzten Schrauben der Anzeigetafelschutzabdeckung an. Daniel Jelencsits hält die Leiter: „Brauchst noch eine Schraube?“, „Nein…warte…(eine Schraube fällt runter)..Ja!“. Thomas Bertleff kommt gerade vom Metro zurück. Eine Lawnmowerskette trägt den Kantineneinkauf von seinem Auto Richtung Klubhaus. Die fleißigen Spielerfrauen richten sich ihren Arbeitsplatz her in dem sie g´schaftig einteilen, wo was hin- und dann wieder hergetragen werden soll, woraufhin Moritz Bammer erstmal ein Zipfer anreisst. Lionel Mace tüftelt noch im Büro an Design und Preisen für die Speisekarte, daneben sitzt Michi Bittmann und testet die Sprechanlage mit einem Best-Of seiner bekannten/deppaten Sprüchen. Luca von Ameln putzt in deutscher Gründlichkeit noch die Fotos der LM-Wall of Fame und schickt den armen Christoph Stelzer schon das dritte Mal frisches Wasser holen, damit Morgen auch alles passt. Das große Eröffnungsspiel gegen die Marchfeld Oidas (die neue Mannschaft von Thorsten Brei). Sogar die Bezirkszeitung hat sich angekündigt. Marc Corpuz und Klaus Zednik pumpem sich darum im Outfield noch etwas (mehr) auf, damit man im Fotofall eine gute Figur macht. Der Rest lässt sich langsam um den Griller nieder. Die Erschöpfung ist groß, aber der Stolz noch größer. Die Bierdosen zischen und die Mowers blicken verträumt auf die Sonne, die jetzt langsam über dem Frantisek-Rudl-Field unter geht.

Off Season Report – Rückblick mit Aussicht

Solltet ihr, liebe Leser, es noch nicht mit bekommen haben, das Hallentraining der Lawnmowers und damit der wesentlichste Teil der Saisonvorbereitung hat auf Grund eines neuartigen Viruses und nach Empfehlungen und Beschlüssen von Stadt Wien, ABF und letztlich dem Vereinsvorstand ein apruptes Ende genommen und alle Termine bis vorraussichtlich 1. April abgesagt. (Stand: 14. März). Damit wollen wir aber nicht länger auf diese Thema eingehen, da man dem zurzeit eh nirgends entkommen kann. Im Off Season Report blicken wir optimistisch in die Zukunft und zufrieden auf die vergangenen Monate zurück.

Der Lawnmower ist ja prinzipiell ein optimistischer Zeitgenosse. Naja, außer wenn die Wettervorhersage nicht so gut ist („Des Spiel wird nix, mein App sagt Regen“ ~ Andreas Chrastka, immer) oder wenn der Starting Pitcher schnell ausschaut („Ui, der Pitcher wirft mir zu schnell“ ~ Marco Prusa, auch eigentlich immer), ok ja, der Lawnmower ist vielleicht nicht in jeder Situation der große Optimist, aber er ist stets gut gelaunt. („Ich liebe dieses Team, wir geh´n grad unter, aber es ist grad so lustig!“ ~ Clemens Hlawaty, während einer verherenden Niederlage 2018) und diese gute Laune lassen wir uns nicht verderben. Also heben wir die Ratschen und blicken wir auf das bisher in der Vorbereitung Geleistete.

Anfang November startete das Hallentraining in der alt erwürdigen Volksschulhalle am Wienerberg. Das Brot war längst verschimmelt, der Spalt mit dem Seidentuch verkittet, überhaupt war vieles anders. Der 15A fährt nicht mehr zur U4, der 67er heißt 11er und „Wer sind denn eigentlich diese ganzen Leute?“ , dachte sich ein Jeder. Die Vorbereitung begann gleich mit fünf Neuzugängen, was eine gewisse Aufbruchsstimmung aufkommen ließ. Die erste Stunde jedes Trainings wurde fleißig dem Pitching gewidmet. Speziell Daniel „Jellyfish“ Jelencsits, Kilian „Killerfish“ Mace und Neuzugang Moritz „hat noch keinen Spitznamen, das muss sich noch ändern“ Bammer machten da mit soliden Trainingsleistungen auf sich aufmerksam.

Dannach wurde für eine halbe Stunde zu einer fast vergessenen Praxis gegriffen, um spielerisch die Ausdauer des eher unsportlichen Landesliga Baseballers zu fördern: Das Brettspiel. Wer es nicht kennt: Es ist nicht kompleziert, wird in zwei Mannschaften gespielt, ab und zu schreit einer „Brettversuch!“ oder „Phu, ob das der Hadmar auch so sehen würde?“. Wenn dann alle vom Brettspiel ausgepowert waren, standen Sprints an, eine Reihenfolge, die im Mittelalter als zu harte Foltermethodik galt und erst später von diversen US-Geheimdiensten gegen Terrorverdächtige angewandt wurde und eben zur körperlichen Ertüchtigung bei den Mowers. Anschließen wurde geworfen, geschlagen und mit diversen Übungen das Können der Mannschaft weiterentwickelt. Neben den üblichen Trainingsleitern Michel Fleck und Michi Bittmann übernahmen auch die Jungen Clemens Hlawaty und Lionel Mace ein paar Mal die Verantwortung für die Einheit. Ziel aller war es, diesen großen Kader mit unterschiedlichsten Charakteren zu einer funktionierenden Mannschaft zu formen und das hat rückblickend auch funktioniert. Ein Revival erlebte diesen Winter die Übung mit dem sogenannten Kreis der Schande, kurz KdS. Eine simple Wurfübung in Verbindung mit simplen Mobbing. Zusammengefasst: sehr simpel!

Nun sind wir aber in dieser speziellen Zwangspause, doch die Zuversicht ist auf jeden Fall (noch) da, das wir am 10. Mai wie geplant – außer Andi sein Wetter App sagt: „Regen“ – in die Landesliga Saison 2020 starten können und eines könnt ihr, ihr die treuen Leser des Off Season Report, glauben: Wir haben alle miteinander richtig Lust, diese Mannschaft endlich in Aktion zu erleben. Wir haben es zwar nicht nachgeprüft, aber wir haben vermutlich den breitesten Kader der heurigen Landesligisten, wenn man die Farmteams nur auf die LLO-Mannschaft reduziert. 22 Spieler lang ist die Liste an einsetzbaren Spielern, die Manager Michel Fleck heuer zu Verfügung hat. Eine völlig neue, jedoch positive Situation, war bekanntlich die Belegschaft im Dugout die letzten Jahre eher mager beinander. Blicken wir also abschließend noch auf den Roster der Vienna Lawnmowers 2020. Damit er noch größer wirkt, haben wir Pitcher und Catcher zusätzlich extra aufgelistet 😉 .

INFIELDER

#7 Alexander Schroll AUT L/L 0.326

#11 Michael Bittmann AUT R/R 0.289

#17 Klaus Zednik AUT R/R –

#20 Peter Pratscher AUT R/R 0.267

#22 Clemens Hlawaty AUT R/R 0.512

#24 Moritz Bammer AUT R/R –

#47 Marco Prusa AUT R/R 0.391

#69 Dietmar Ackerl AUT R/R 0.308

#73 Wolfgang Köhler AUT R/R –

#98 Daniel Jelencsits AUT R/R 0.000

OUTFIELDER

#1 Lionel Mace AUT L/R 0.400

#4 Dario Krajnovic CRO R/R 0.227

#5 Petra Goldova CZE R/R 0.000

#12 Marc-Daniel Corpuz AUT R/R 0.000

#15 Rene Szeywerth AUT R/R 0.386

#21 Kilian Mace AUT R/R 0.000

#28 Christoph Stelzer AUT R/R –

#45 Dan Rudl AUT SH/R 0.000

#52 Thomas Bertleff AUT R/R 0.471

#56 Peter Griffiths GBR R/R –

#67 Andreas Chrastka AUT R/R 0.000

PITCHER

#11 Michael Bittmann AUT ERA 11.74

#20 Peter Pratscher AUT ERA 8.18

#21 Kilian Mace AUT ERA 31.50

#22 Clemens Hlawaty AUT ERA 8.01

#24 Moritz Bammer AUT –

#98 Daniel Jelencsits AUT ERA 7.80

CATCHER

#6 Luca von Ameln GER R/R 0.417

#15 Rene Szeywerth AUT R/R 0.386

#73 Wolfgang Köhler AUT R/R –

FUNKTIONÄRE

#0 Christian Neumann AUT Vorstandsmitglied

#2 Michel Fleck AUT Präsident & Manager

Einen Abgang gab es diesen Winter leider zu verzeichnen. Alexander Hackl musste verletzungsbedingt seine Karriere nach nur zwei Saisonen beenden. Die Schulter wollte nicht mehr mitmachen, sodass ohne Operation nur noch das Karriereende als Alternative geblieben ist. Alles Gute Hackl noch einmal an dieser Stelle. Aber um diesen OSR mit einer guten Nachricht zu beenden: Beim letzten Training v. C. (vor Corona) kam ein weiterer potenzieller Neuzugang, ein gewisser Marco, zum Probetraining. Gut möglich, das bis zum Saisonauftakt der Kader um einen Namen erweitert wird. Ein Hoch auf den Bertl´schen Banner 😛

Trainingsabsage!

„Aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation hat der Vorstand einstimmig beschlossen, das offizielle Mannschaftstraining vorerst bis voraussichtlich 01. April 2020 auszusetzen. Ende März wird über das weitere Vorgehen entschieden.“

in Vertretung des Präsidenten,

Rene Szeywerth

Vize-Präsident

Vienna Lawnmowers BC

Off Season Report – Alles Spielplan

Er ist notwendig, komplex und für die Ligaverantwortlichen immer wieder eine Herausforderung. Der Spielplan der Landesliga Ost. Der diesjährige Spielplan, zumindest die vorläufige Version, hat dank der guten Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Regionalliga Ost schon durchschnittlich früh seine Veröffentlichung zelebriert. Er ist das Ergebnis von sechs stündiger Detailarbeit um 24 Dreiertuniere an 16 Wochenenden unterzubringen.

Aber wie entsteht so ein Spielplan eigentlich?

Mitte bis Ende Jänner finden nach und nach die einzelnen Ligasitzungen statt, wo die Mannschaftsverantwortlichen und Ligaverantwortlichen zusammenkommen, um über den Ligaverlauf des Vorjahres zu reflektieren und sich schlussendlich darauf einigen, wie die Liga im kommenden Jahr ablaufen soll. Damit ist einmal der Modus geklärt. In der LLO heißt das wie gewohnt, dass der Grunddurchgang in Dreiertunieren gespielt wird. Jeder Mannschaft spielt gegen jede andere Mannschaft je ein Hin- und Rückspiel und ist daher auf dem Papier gleich oft Home- als auch Awayteam. Damit nicht schon schwierig genug, kommt es zum komplexe Teil der Planung. Viele Faktoren müssen nun bei der Terminierung berücksichtigt werden. Zuerst müssen die Spielpläne der oberen beiden Ligen, der Austrian Baseball League und der Regionalliga Ost bekanntgegeben werden. In der LLO spielen einige Farmteams, welche ihre 1.Mannschaft teils in der BLA, teils in der RLO oder wie die Mets sogar in beiden Ligen haben, was wegen personellen Problemen (Umps, Coaches oder auch Kantine) berücksichtigt werden muss. Weiters haben die BLA und RLO Spielpläne auch auf die Platzverfügbarkeit Einfluss. Z.B. können in Wiener Neustadt, Traiskirchen und Stockerau nicht gespielt werden, wenn dort die 1.Mannschaft spielt, die oberen Ligen haben Vorrang. In Wien ist die Platzverfügbarkeit mit nur zwei Ballparks sowieso sehr rar, wodurch hier die LLO nur auf die „Restplatzbörse“ zugreifen kann. Einzig die Red Devils und Danube Titans haben einen eigenen Ballpark, welcher von keiner anderen Mannschaft und Liga genutzt wird, immerhin ein kleine Erleichterung *durchschnauf*. Weitere Einflüsse sind die Sperrtermine der Teams, also Termine, an denen jetzt schon feststeht, dass der Verein auf Grund der Spielerverfügbarkeit keine Mannschaft zusammen bringt, beispielsweise bei Vereinsfeiern, Trainingslagern, Nachwuchs Europameisterschaften, Urlaubszeit, usw.. Dieses Jahr waren es übrigens genau 100 zu berücksichtigende Sperrtermine. Danach kommt der Feinschliff. Etwa Wünsche, die Fahrkilometer gerechter zu verteilen und die Heimtermine nach den Vorlieben der Vereine zu verteilen. Die Lawnmowers und Bucks etwa, legen nicht wirklich Wert auf Heimtuniere, da sie nur hohe Platzmieten zu bezahlen haben. Im Gegensatz zu den Vereinen in NÖ, die neben keiner Miete durch die Kantinenarbeit sogar ein Plus schreiben. Feingeschliffen und auf Hochglanz poliert ist er, der Spielplan, dann also fertig.

Ein Streifzug durch den Mowers Spielplan:

Der Ligaauftakt findet dieses Jahr eine Woche nach Ostern statt, allerdings noch ohne Lawnmowers Beteiligung, da diese die Woche darauf noch auf Saisonvorberitungswochenende in Wels residieren. Drei Wochen nach dem Auftakt haben die Mowers dann ihren Season Opener in Stockerau, wo sie ihr erstes Spiel gegen die Stock City Cubs II bestreiten. Im Anschlussspiel kommt es zum Aufeinandertreffen mit den Red Devils und damit nicht nur gegen Ex-Mower-Pitcher Greg Gains sondern Gerüchten nach auch gegen einen zweiten Ex-Mower-Pitcher: Thorsten Brei (2008-2017 und somit knapp 10 Jahre für die Lawnmowers am Mount). Weiter geht es Schlag auf Schlag um möglichst viele Spieltermine vor der Urlaubssaison durchzubringen. Am 3.Spieltag geht es erstmals in Wien ans Schlagholz (Fans, euer Moment, hinkommen und anfeuern 😉 ). Mitte Juni führt der Spielplan die Blues in den hohen Norden. Altweitra-Unserfrau ruft die Wiener zum Auswärtsspiel am Hells Gate, die legendären Autofahrten dort hin sind fast einen eigenen Off-Season-Report wert. Der Abschluss des Grunddruchgangs findet für die Lawnmowers am 2.August in der Freudenau statt. Play Offs sind zurzeit für Anfang September geplant, kommt aber auf die jeweilige Platzierung an.

  • 10.5. Stockerau (11:00 Cubs, 13:30 Red Devils)
  • 17.5. Wr. Neustadt (11:00 Diving Ducks, 13:30 Cyclones)
  • 21.5. Wien-Freudenau (11:00 Mets, 13:30 Grasshoppers)
  • 6.6. Traiskirchen (11:00 Grasshoppers, 13:30 Titans)
  • 11.6. Stockerau (11:00 Cubs, 13:30 Bucks)
  • 27.6. Wr. Neustadt (11:00 Ducks, 13:30 Bucks)
  • 18.7. Weitra (11:00 Red Devils, 13:30 Titans)
  • 2.8. Wien-Freudenau (11:00 Cyclones, 13:30 Mets) Änderungen vorbehalten.

Off Season Report – Xiao Long Bao

Wirtschaftsforum in Davos, Hahnenkammrennen in Kitzbühel, Ligasitzung der Landesliga Ost und natürlich Generalversammlung der Vienna Lawnmowers. Was für ein Samstag!

ABF Office, 14:00. Matthias Mayer stand gerade offiziell als Kitzbühel Sieger fest, da eröffnete der Ligaverantwortliche der Landesliga Ost Alexander Schroll pünktlich die Ligasitzung 2020. Viel gibt es hiervon allerdings nicht zu berichten, denn die Lawnmowers spielen wieder gegen die selben Mannschaften wie auch 2019. Auch der Modus des Grunddurchgangs, mit Deiertunieren im 7 Inningsformat und je einen Hin- und Rückspiel bleibt unverändert. Eine Neuerung gibt es allerdingsbei den Play Offs. Die Mannschaftsvertreter der Vereine, für die Lawnmowers in Person von Lionel Mace, tüftelten und einigten sich dann auf eine sogenannte Double-Elimination, was sich nicht nur cool anhört, sondern auch die Spannung in den Finaltunieren erhöhen soll. Dabei spielen die Plätze 1 und 2 (Spiel A) gegeneinander und die Plätze 3 und 4 (Spiel B). Der Verlierer von A und der Gewinner von B spielen dann eine Zwischenrunde (Spiel C). Am zweiten Playoff Tag spielen dann die Verlierer von B und C im kleinen Finale um Platz 3. Die Gewinner von A und C spielen abschließend das Finalspiel der Landesliga Ost, womit im letzten Spiel der Saison der Meister 2020 ermittelt wird. Selber Modus gilt für die Plätze 5 bis 8. Sonst gibt es nicht wirklich erwähnenswerte Änderungen. Mannschaften 2020: Danube Titans, Freudenau Mets, Stock City Cubs II, Traiskirchen Grasshoppers II, Vienna Bucks, Vienna Cyclones, Vienna Lawnmowers, Woodquarter Red Devils, Wr. Neustadt Diving Ducks. Ab 2021 gibt es eventuell zwei weitere Mannschaften. Die Blue Bats aus Schwechat und die Dirty Sox aus Graz haben vorsichtig angekündigt nächstes Jahr je eine Landesliga Mannschaft zu stellen, bis dahin fahren aber noch viele 1er zur Hauptalle hinunter.

Woktime, 19:32. Erstmals seit knapp 10 Jahren fand die Generalversammlung nicht beim „Me-Lie“ in Favoriten statt. Der wurde schlicht zu klein. Daher wich man auf den etwas größeren Chinesen in der Perfektastraße aus. Zurecht, denn mit 17 Stimmberechtigen wurde es selbst dort kuschelig. Nach dem von sämtliche Kellnerinnen die Kugelschreibern ausgeborgt/gefladert wurden, eröffnete der Präsident Suppe schlürfend die Versammlung. Neu bei Woktime: Es gibt ein all you can eat Buffet, das heißt, wenn man einen umstrittenen Antrag zu stellen hatte, konnte man das schnell durchbringen, wenn die Gegenstimmenden gerade essen holen waren. Die Chance für Alex Schroll auf die Unbenennung des Vereins, doch der Antrag blieb überaschend aus. Personel gab es keine Wechsel. Der Vorstand und die Rechnungsprüfer blieben unverändert, was bei Neuzugang Moritz Bammer für Unverständnis sorgte: „Wie kann man einen Vize Präsidenten wählen, der net amoi mit uns duscht?“, gutes Argument, Rene Szeywerth durfte dennoch seinen Job behalten. Darauf ein Teigtascherl, *schmatz*. Chris Neumann referierte wie eh und je routiniert über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins, musste sich davor allerdings vorstellen, denn die Hälfte der aktuellen Mannschaft kannte ihn noch gar nicht. Er selbst zückte dannach das Smartphone und recherchierte mit Hilfe des letzten Off Season Report, wer denn da aller Neues sitzt.

Weiter im Protokoll: Die Mitgliedsbeiträge und Beitrittsgebühren blieben unverändert. Anschließend wurde von der Ligassitzung berichtet und der Spielmodus den Neuzugängen näher gebracht. Nach einer weiteren Klo und Buffetpause wurden die Events für 2020 vorgestellt. Bekannterweise findet nach dem letztjährigen Erfolg wieder ein Trainingslager in Wels statt, wofür sich erfreulicherweise 14 Spieler angemeldet haben. Das Sozialmediabudget wird aufgelöst und ins Trainingslagerbudget gesteckt. (Wir sind inzwischen zum Nachspeisenbuffet übergegangen.) Ein Blue Generation Day ist wieder in Planung, nach dem dieser sang und klanglos 2019 in Wasser gefallen ist, aber mit einem neuen Konzept, welches noch in Ausarbeitung ist. Auch eine Mannschafts-Tour abseits des Baseball ist wieder im Gespräch.

Viele Intressenten haben sich für einen teaminternen Regelkurs ausgesprochen. Michel Fleck entstaubte kurzerhand seine Lizenz als Kursleiter des Wiener Landesverbandes und prahlte stolz: „Kein Problem, ich hab eh eine Schule…“. Noch in den nächsten Monaten wird in der Abendschule Baseball, mit abschließender Prüfung unterrichtet.

Für den Sager des Abends sorgte abermals Rene Szeywerth, welcher anscheinend nur zum Saufen da war: „Entschuldigen, da muss ma eh nix essen?“ fragte er die Kellnerin, welche nun auf Grund der Frage und der schlechten Meidling-Kenntnisse nur verwirrt, rat- und sprachlos im Raum stand.

Ein großes „Dankeschön“ gibt es abschließend noch auszusprechen: Peter Pratscher bzw. Bitfly leistete auch heuer wieder ein sehr wertvolles Sponsoring und das obwohl er Nachwuchs- und Arbeitsbedingt nur noch sehr selten selbst am Baseballplatz anzutreffen ist. Einfach nur: DANKE. Eine Runde Pflaumenwein auf dich Peter!